12.November 1989 - Formulierung neuer Arbeitsaufgaben?

Nun also doch Sonderparteitag!!!

Mir scheint, daß da hinter den Kulissen eine Schlacht mit den Konservativen (vorläufig?) entschieden wurde. Diese haben sich vielleicht tatsächlich vorgewagt und ihre Rechnung ging nicht auf und nun werden sie weiter zurückgedrängt. !

Wir leben in einer Zeit des revolutionären Umbruchs!

Was soll ZF in dieser Zeit des revolutionären Umbruchs tun? Mehr denn je gilt:

Wir brauchen geistigen, theoretischen, konzeptionellen Vorlauf. Und mehr denn je gilt, daß die Praxis unser größter Lehrmeister ist.

Enorm wächst die Qualität der Aufgaben der Zentralstelle. Daraus folgen große Weiterbildungsaufgaben für die in der Zentralstelle arbeitenden Genossen. Nicht alle Qualitätsanforderungen an die Zentralstelle sind mit Weiterbildung vorhandener Genossen zu bewältigen. Zahlenmäßiger Abbau der Zentrale bedeutet, daß - zumindest zeitweilig - die Zuführung junger Kräfte relativ gering ist. (Diese Zufuhr hört aber nie völlig auf und wird nach zwei, drei Jahren wieder stärker.) D. h. Nachwuchskaderarbeit bleibt eine Aufgabe der ZF. Erste Aufgabe der ZF ist eine gründliche Analyse der Anforderungen an die Qualifikation der Genossen in der Zentrale (heute und in absehbarer Zukunft). Analyse der Solldaten. Denen sind die Istdaten gegenüberzustellen.

Erste Entscheidungen:

# vorfristige Beendigung des laufenden Lehrgangs am 15. oder 20.1. Regulär wäre das Ende am 29.2. gewesen. #

Verkürzung der Lehrgänge auf 15 Wochen # bisher 6 Monate #

Umstellung der Finanzierung.

Inhalte:

- Gesellschaftsstrategie/ökonomische Strategie

- Wirtschaftsmechanismus

- Unternehmensstrategie (Recht, Finanzen, Betriebswirtschaft)

- PC-Arbeit

- Verhaltenstraining/Psychologie

neu: Dreitages-Weiterbildungslehrgänge für MSAB-Kader # Mitarbeiter des Ministeriums für Schwermaschinen- und Anlagenbau #

- Sozialismuskonzeption

- Finanzen

- Wirtschaftsmechanismus/Unternehmensstrategie (Verhandlungsführung)

- Recht

- Analyse und Strategiebildung Wissenschaft und Technik

- Marktarbeit

- Außenbwirtschaft

- Rhetorik

 

# So habe ich damals geschrieben. Es war das letzte Mal, daß ich mir für meine Arbeit im und für den Sozialismus Gedanken gemacht habe. Habe ich tatsächlich geglaubt, daß ich in dieser Weise weiter arbeiten würde? Ich weiß es heute nicht mehr. Vielleicht war es nur ein Reflex meiner bisherigen Arbeitsmethode, die ich so chrakterisieren kann: Versuchen die Hauptlinie der Entwicklung zu erfassen und selbständig Schlußfolgerungen für mein persönliches Arbeitsfeld ziehen, nicht auf Anweisungen warten. Damit war ich bisher immer gut gefahren - mein langjähriger Chef wußte dies Herangehen im allgemeinen zu schätzen.

Vielleicht war es aber auch ein Stück Ausweichen ins Illusionäre. #

 

 

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