17. Februar 1982

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Mit dem Beginn des „Protokollierens“ in diesem Buch versuche ich schrittweise eine rationelle und zunehmend auch methodisch durchdachte Form zu finden, die letztlich auch theoretische Verallgemeinerung erlaubt. Mir ist klar, daß dies ein längerer Prozeß ist. (Vielleicht ist das ganze Jahr 82 dem Herausarbeiten dieses bewußten Herangehens gewidmet.)

Heute fange ich mit einer zweckmäßigeren, zeitsparenderen und übersichtlicheren Darstellungsweise an, etwa so:

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Ich wende maximal Abkürzungen an.
Eine weitere Rubrik ist „Leistungen, Erleben, Denken“. Sie enthält DEN wichtigsten sinnlichen Eindruck des Tages, überhaupt das Wichtigste des Tages, sowie Vornahmen für den Folgetag oder die weitere Zukunft.

Hier deutet sich an, wie die Bemühungen, zu einer methodologisch begründeten und letztlich empirisch lückenlosen Aufzeichnung meiner Lebensdaten, einen wachsenden Raum in meinen Tagebüchern einnehmen.

Ich hatte jahrelang die Absicht, auf dieser Basis eines (fernen) Tages eine persönlichkeitstheoretisch begründete und mittels Budgetanalyse empirisch umfassend abgesicherte Einzelfallstudie über ein Individuum im (Real-)Sozialismus zu schreiben.

Dieses Ziel habe ich aufgegeben, vielleicht aus theoretischem Unvermögen, vielleicht noch mehr wegen der veränderten Zeitumstände. Heute ist es mir viel wichtiger, meine persönlichen realsozialistischen Lebensverhältnisse wahrheitsgemäß zu dokumentieren.

Bei meiner künftigen Tagebuchwiededergabe hier im Blog werde ich also viele Passagen, die sich mit Methodologie und Theorie beschäftigen, auslassen (größere Auslassungen aber markieren.).

Abends Ausstellungseröffnung L. Fremdheit und Kälte zwischen L. und mir, auch während der nachfolgenden Feier.
Reden mit Barbara B. Da ist natürlich sofort eine gewisse erotischen Spannung. Ich rede kritisch von ihren Arbeiten, es entsteht aber eine auch schmeichelnde Form, indem ich von dem Eindruck von Stärke spreche, den sie persönlich macht und der gewissen Enge ihrer Arbeiten (der innere Zensor). Ich hatte nicht bewußt die Absicht, ihr zu schmeicheln, verfolge auch kein Ziel. Ich hab’ auch nicht gelogen. Wirkt möglicherweise das (gut gesonnene) Aussprechen der verborgenen, inneren Wahrheit, wodurch der Partner sich gut verstanden fühlt, vertrauenserweckend und schmeichelhaft?

Erstaunlich, wie gern sich Frauen schmeicheln lassen!

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