15. März 1982 - Sex und Liebe

[…]

Warum dies Bild?

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Weil diese üppige Frau so herrlich langweilig fotografiert ist.

 

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Natürlich ist das kein übles Angebot. Aber allzu vordergründig wird nur auf bestimmt Reizpunkte orientiert, die Brust“knöppchen“, die Arschrundung. Alles andere bleibt bewußt anonym und geziert. etwas von Spanner oder von Marktangebot ist im Bild.

 

Sex kompliziert. Nach L.s Wandlung gestern Abend einschließlich der Andeutung von Zärtlichkeit, ist meine sexuelle Abenteuerlust wie weggeblasen. nun fühle ich mich fast gezwungen heute Abend zu Hegrü zu gehen. […] Im Laufe des Vormittags ist aber die Lust auf die Frau wieder kräftig angeschwollen. Auslöser war ein properes junges Weib (etwa 20) in der Sparkasse: Üppige, fast stämmige Figur, dabei rassig, das geht wahrscheinlich nur in diesem jugendlichen Alter zusammen.. Schlanke Hüften, kräftige, feste Schenkel und Hintern, der Busen wahrscheinlich schon ein wenig zu üppig, so weit der etwas derbe BH darauf schließen ließ. Der kleine Bauch wagte sich mit einer niedlichen Wölbung hervor. Die Augen groß, dunkel, langbewimpert und etwas hervorstehend, so als könnten sie nicht früh genug ihre Eindrücke aufnehmen. Die Lippen voll und weich, weich. Schultern kräftig, mit unreiner Haut, am freien Hals ein Liebesbiß. So stand sie da, als Verkörperung von Werners Wunsch nach „unverbildetem Sex“. Unbedingt hat solche Beziehung, deren ganzer Inhalt das Ficken ist, ihren Reiz. Dafür sind solche jungen Dinger wahrscheinlich am Besten, die schon Geschmack gefunden haben am Orgasmus-Genuß, mehr noch, die überwältigt sind vom Orgasmus-Erlebnis und zugleich noch die jugendliche oder neuzeitliche Ungehemmtheit haben, alles zu nehmen. Natürlich kann sich der Mann (Werner) dann schmeicheln, welch ungeahnte Wirkungen er verursacht. Zweifellos werde ich mir solche Freuden auch mal erlauben, weil sie wirklich etwas Einzigartiges haben. Es ist manchmal sehr wichtig und gut, wenn Sex nicht problematisiert wird. […] Nicht problematisiert: das kann einmal der heiße, gedankenlose Sex sein. Es kann aber auch mal eine bloß gemütliche Nummer sein.

Ich brauche solche Gelegenheitsfreuden nicht zur Betäubung oder um Mißerfolge zu überwinden. Ich glaube schon noch an die richtige Liebe und will durch alle Erlebnisse hindurch dazu fähig bleiben.

„Faustisch leben“ heißt, alles mit Leidenschaft, mit wahrer Hingabe machen. Man kann durch alles hindurchgehen aber man darf „seinen Stern“, seinen Glauben und die Kraft nie verlieren. Sonst wäre es ein bequemes Leben. Ein Herumsuchen, und da wo es hart wird ein Verschwinden durch die Hintertür. Die meisten, Max, Werner, suchen nämlich nicht wirklich, sie haben sich für nichts wirklich entschieden, treiben dahin, und wo es paßt, stecken sie ihre Pimmel hinein. […] Tragisch wäre es schon, würden die Besseren sich auch in den Schlamm legen, in dem so viele sind; würde ich bei der nächsten Sause mit diesen Brüdern eine willige 18-Jährige auf den Rücken legen, würde dann Werner spornstreichs den Tröster meiner Frau spielen usw. usf. Widerwärtig!

Trotzdem darf man diese Gefahren des Lebens nicht einfach abblocken, verwerfen. Man muß sich ihnen irgendwie stellen, sie in sich verarbeiten, sie aufnehmen usw., „wie Faust“ - doch was heißt das wirklich?

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Hegrü sagte, bei mir „lege sie immer so ihre Seele auseinander, daß sie sie dann kaum wieder zusammenkriegen kann.“

 

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