24. Juli 1980 (Babyzeit)
Gut, daß Jana den Schnurkel versorgt hatte. Naja, wenn ich den Kleinen hier gehabt hätte, hätte ich sicher nicht soviel getrunken, zwar bloß Bier, aber ich hatte noch bis Mittag zu tun.
Es wird recht warm, intensive Sonne. Wie den Schnurkel bekleiden, legen, tragen? Für ihn war es anstrengend, zumal Besuch von Dax und Paul, Schöneberger Freundin und Daniel, Lisa. Jana ist hier.
Gegen 19 Uhr war er fertig (Grießbrei und etwas Kirschkaltschale dazu.) und schlief sofort ein. Auf diese Nacht zu dritt im Zelt bin ich gespannt.
Eine angenehme Neuigkeit: Der Paprika blüht.
Bei soviel Menschen um einen herum, merke ich wieder, wie wichtig, daß L. „um mich herum“. Die innere Harmonie schützt auch vor zu großer äußerlicher Aktivität.
Wenn diese innere Ruhe, innerer Friede nicht wäre, wäre ich auch kein unglücklicher Mensch, aber der Lebensstil wäre anders. Es wäre mehr ein Zweck-Mittel-Verhalten: Eine bestimmte Aktivität bringt einen bestimmten Lustgewinn. Das ist ein Grundschema westlichen Verhaltens.Lothar Lang schreibt in der „Weltbühne“ (Nr. 30/1980), L. zeichne fern jeder gekünstelten Linienstellerei. Ich bin sehr für L. „genauen Realismus“ der letzten Zeit. Das ist der Weg, um sich die Wirklichkeit in ihren ganzen Ausmaßen anzueignen und nicht, wie es viele, auch gute, Künstler tun, nur eine bestimmte Seite der Wirklichkeit, die sie dann abstrahieren und gestalten. Und heraus kommt die berühmte „persönliche Handschrift“ des Künstlers. So geht es bei Vent, Leber, Metzkes, und bei den Schwächeren sowieso. In der „persönlichen Handschrift“ drückt sich sehr oft etwas Festgefahrenes aus.
Genaues Zeichnen allein ist natürlich noch nicht die „große Kunst“, aber das sind die „Mühen der Ebene“, die die Kunst bedeutender machen können.
Aus dem gleichen Grund halte ich es auch für problematisch, nur oder vor allem den nackten Menschen zu studieren. Im Sinne des vollen Erfassens der Wirklichkeit, des konkreten, wirklichen Menschen (Der Philosoph Hegel sagt: Das Konkrete ist die Einheit des Mannigfaltigen.), ist seine Kleidung ganz wichtig. Rembrandt, Goya usw. haben das gewußt.
Die Konzentration auf den nackten Menschen bedeutet eine zunächst berechtigte, aber letztlich doch einseitige Abstraktion. Über die vielen einseitigen Abstraktionen zur Abstraktion des Ganzen!
Übrigens kamen mir diese Gedanken auch im Zusammenhang mit einer der letzten Zeichnungen von L., die eine Frau in Jena (die Juristin?) darstellt.
Es wird recht warm, intensive Sonne. Wie den Schnurkel bekleiden, legen, tragen? Für ihn war es anstrengend, zumal Besuch von Dax und Paul, Schöneberger Freundin und Daniel, Lisa. Jana ist hier.
Gegen 19 Uhr war er fertig (Grießbrei und etwas Kirschkaltschale dazu.) und schlief sofort ein. Auf diese Nacht zu dritt im Zelt bin ich gespannt.
Eine angenehme Neuigkeit: Der Paprika blüht.
Bei soviel Menschen um einen herum, merke ich wieder, wie wichtig, daß L. „um mich herum“. Die innere Harmonie schützt auch vor zu großer äußerlicher Aktivität.
Wenn diese innere Ruhe, innerer Friede nicht wäre, wäre ich auch kein unglücklicher Mensch, aber der Lebensstil wäre anders. Es wäre mehr ein Zweck-Mittel-Verhalten: Eine bestimmte Aktivität bringt einen bestimmten Lustgewinn. Das ist ein Grundschema westlichen Verhaltens.Lothar Lang schreibt in der „Weltbühne“ (Nr. 30/1980), L. zeichne fern jeder gekünstelten Linienstellerei. Ich bin sehr für L. „genauen Realismus“ der letzten Zeit. Das ist der Weg, um sich die Wirklichkeit in ihren ganzen Ausmaßen anzueignen und nicht, wie es viele, auch gute, Künstler tun, nur eine bestimmte Seite der Wirklichkeit, die sie dann abstrahieren und gestalten. Und heraus kommt die berühmte „persönliche Handschrift“ des Künstlers. So geht es bei Vent, Leber, Metzkes, und bei den Schwächeren sowieso. In der „persönlichen Handschrift“ drückt sich sehr oft etwas Festgefahrenes aus.
Genaues Zeichnen allein ist natürlich noch nicht die „große Kunst“, aber das sind die „Mühen der Ebene“, die die Kunst bedeutender machen können.
Aus dem gleichen Grund halte ich es auch für problematisch, nur oder vor allem den nackten Menschen zu studieren. Im Sinne des vollen Erfassens der Wirklichkeit, des konkreten, wirklichen Menschen (Der Philosoph Hegel sagt: Das Konkrete ist die Einheit des Mannigfaltigen.), ist seine Kleidung ganz wichtig. Rembrandt, Goya usw. haben das gewußt.
Die Konzentration auf den nackten Menschen bedeutet eine zunächst berechtigte, aber letztlich doch einseitige Abstraktion. Über die vielen einseitigen Abstraktionen zur Abstraktion des Ganzen!
Übrigens kamen mir diese Gedanken auch im Zusammenhang mit einer der letzten Zeichnungen von L., die eine Frau in Jena (die Juristin?) darstellt.