17. April 1982 - R.R.



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R.R. weckt den Jäger in mir. Was sich Mann und Frau antun und Gutes tun!

Mit ihr erwarte ich ein rundum gelungenes Abenteuer. Zunächst der Zufall, überhaupt ihre Wohnung zu finden. Sie ist kein bißchen verwundert oder gehemmt. Empfängt mich in ihrer warmen „wuschelweichen“ Wohnung bekleidet mit einem einfachen roten Pullover (mein erster Blick fällt gleich auf sich abzeichnende Brustspitzchen) und dunkelblauen Hosen. Sie bewegt sich frei, locker, mit weiten Bewegungen ihres Körpers. Macht uns gleich einen Tee. Hockt bequem und ungehemmt in ihrem Sessel, die Schenkel extrem gespreizt, wie bei einer Gymnastik. Elastizität in ihren Gliedern. (Wie würde sie mit einem kurzen Rock sitzen?) Doch ich bin nicht etwa sexuell aktiviert, und sie reizt das auch nicht aus. Es ist eher eine ästhetische Beziehung mit dem Hintersinn des Erotischen (mit dem wir beide spielen). Sie hat wirklich - als Oma! - eine hinreißende Figur. Gesicht (Stirn, Mund), Hals, Brüste, Leib, Taille, Hüften, Hintern, Schenkel, Schultern, Finger - nicht, was nicht von großer äußerlicher Schönheit wäre.

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Sie sucht etwas - bei dämmrigen Licht - im Stadtplan. Ich hocke mich neben sie, ohne sie zu berühren. Wir finden die Straße, deren Verlauf sie bestritten hatte, bald. Ich setze mich wieder auf meinen Platz. Sie wirft sich herum, hockt sich neben meinem Sitz (auf den Knien) auf den Fußboden, wo eine Leuchte steht und betrachtet verwundert den Plan. Ich hocke mich neben sie. (Zwischen Pullover und Hose wird ein Streifen Haut sichtbar.) Ich betone scherzend meine überlegene Stadtplankenntnis, fasse sie kurz um die Schulter, greife ihr in den Nacken und schüttele sie scherzhaft. Ich hätte Lust weiter zu gehen, und sie ist weich und ohne jeden Widerstand. Doch warum mit der Tür ins Haus fallen?

(„Dummkopf“! - Randnotiz im Januar 1984)

Bald kommt ihre Tochter mit Familie zu Besuch. (Auch sie ist groß, hübsch, mit kräftigen langen Schenkeln und schönen Brüsten, die ich im Gegenlicht unter dünner Bluse gut sehen kann.) Ich verabschiede mich dann bald (will ja zu Achim Merker). Sie sagt, ich solle doch mal anrufen, und dann treffen wir uns zum gemütlichen (ungestörten) Qatschen. So wird es sein. Was wird sie anhaben? Nichts extremes, aber etwas, das ihr erlaubt deutliche und sich verstärkende erotische Reize zu senden. (Aber welche Kleidung erlaubt das nicht?) Ich freue mich auf dieses Reden mit der hintersinnigen Spannung. Das werden wir genießen. Noch bevor ich sexuell erregt bin, werde ich ihren schönen Körper preisen (und das ganz ehrlich) und möchte sie nackt sehen. Ja, das möchte ich erleben - und mit R. ist das möglich - eine ganze Phase der Unterhaltung, in der sie nackt ist und ich bekleidet bin und wir diese Situation („Frühstück im Freien“) ganz ungezwungen ästhetisch genießen (um dann (wie?) auf den Liebesgenuß zuzutreiben).

Wie verschieden ich mich doch bei verschiedenen Frauen verhalte!

Franz Fühmann über das Brustband der Aphrodite („Hera und Zeus“): „Die Dichter nennen es buntgestickt aus den sieben Zaubern, die darin wirken: Schmachten, Schmeicheln, Tändeln, Kosen, Bitten, Sehnen und weinendes Flehen, doch wir wissen es anders, es war ein Streifen farbloses Leinen, und so wie die sieben Himmelsfarben sich im Weiß des Lichts verschmelzen, sammelten sich all diese Zauber in dem einen der Erkenntnisgewißheit, als das Wesen, das man ist, unwiderstehlich zu sein.“

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