27. Juli 1980 (Babyzeit)

Heute früh ist es wolkig, dunstig, windstill, mild. Gegen 6 Uhr wachte Fränzchen mit Geschrei auf, offensichtlich schwitzte er. Jetzt ist er gewickelt und gefüttert und schläft friedlich weiter.
Heute hatten wir übrigens zum 2. Mal Igel-Besuch in der Nacht am Zelt.
Überhaupt ist es erstaunlich, wie selbst in dieser Stadt-Kultur-Landschaft in der Nacht das Treiben der Tiere beginnt. Überall wispert und raschelt es, fast wie im Dschungel. Wenn man gleichzeitig noch ein bißchen auf mögliche Diebe horcht, kann man sich ganz schön verrückt machen.
Liebe L.!
Frau Lange und Frau Graunke haben mich/Dich angesprochen, Du sollst mit dem Franz ihre Jungkarnickel und Küken betrachten kommen. Frau Graunke bat auch noch darum, ihr doch eine Mahlzeit grüne Erbsen zu „verkaufen“.
Heute nicht im Garten. Es ist einfach zu schwül.
Franz heute Abend glühte, und als ich gemessen hatte. 38,7°!
Ein Zäpfchen, das ich ihm gab, kackte er gleich wieder aus.
Dann Wadenwickel, Fencheltee, zum Abendessen nur Quark und Milch und ein nicht zu warmes Bad. Vorm Schlafen war er bei 38,2°, ich gab ihm noch ein Zäpfchen. Jetzt schläft er tief aber unruhig. Du hattest recht, daß der Garten ihn zu sehr anstrengt. Hoffentlich erholt er sich jetzt durch einen tiefen Nachtschlaf. Ekelhaft, daß der Kleine mein Lehrgeld bezahlen soll.
Mittlerweile ist es gleich 24 Uhr. Ich habe mich mit meinen Reisevorbereitungen ausgemährt. Schnurkel schläft ruhig und tief, er ist auch nicht mehr heiß an Stirn, Wange und Händen.
Liebe L.,
es war eine schöne Woche. Was werden wir nun weiter getrennt lebend zu berichten haben?
(Eine wirkliche Trennung stand damals nicht auf der Tagesordnung. Offensichtlich haben wir einen „fliegenden Wechsel“ vollzogen.)
Erstmal aber willkommen daheim und auf Wiedersehen am 6. August.
Dein Peter.

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