30. September 1980 (Bulgarienreise)

Die Nacht im Zelt war eigentlich ganz erträglich. Bin zwar oftmals aufgewacht, aber wegen Härte der Unterlage, nicht wegen Kühle.
Jetzt ist es 8 Uhr, und ich fühle mich ganz gut ausgeschlafen.
Der Himmel ist leider durchgehend bedeckt, und einen Nieselschauer hat es auch schon gegeben.
Ich lasse mir hier Zeit und gehe nachher rüber nach Slawjanowo, von wo Geräusche der Arbeit herüberschallen.Gestern im Zug stieg übrigens noch ein alter Bulgare in Nationaltracht zu, hünenhaft, den Dudelsack unter dem Arm und fing gleich zu spielen an. Das wäre was für L.s Malerauge gewesen! Auch die Reaktionen der Passagiere: der Zigeuner, der Polizist, die dicke alte Frau, die dünne alte Frau, das lesende Mädchen u. Andere! 

Soviel bis jetzt. Es nieselt wieder. Ich bummle, sehe gerade Leute zur Feldarbeit gehen, und gleich gibts Frühstück. (Nächster Kauf ein Blechteller.)

Heute Nacht war ich übrigens in einem Antiquitätengeschäft, und die Verkäuferin überzeugte mich, unter Aufbietung vieler Freundlichkeiten und Zärtlichkeiten, ein gläsernes Schälchen und zwei Weingläser zu kaufen. Zusammen mit einem Buch gab das eine Rechnung von 70 Mark.


				
				

			

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