18. Mai 1982 - selbst



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Besuch bei Reri. Sie empfing mich mit weitem Kleid, BH umgetan, „freundschaftlich“. Und es wurde ein langes, kameradschaftliches Gespräch, in dem sie viel von sich erzählte und ich einiges von mir. Immer sind „Mann und Frau“ in solchen Gesprächen das Thema. […] Mit wahrer Besessenheit werden solche Probleme erörtert, als ob es nichts anderes gebe. Doch es kommt auch ‘ne Menge Interessantes zur Sprache.

In der Diskussion mit Hugo P. und Helmut Sch. im MSAB # Ministerium für Schwermaschinen- und Anlagenbau # bekomme ich einen Eindruck davon, wie viel Wind da auch gemacht wird, statt präziser Arbeit (wie sie z. B. Werner F. und Martin L. vormachen).

Kral redet ohne einmal Luft zu holen 4 Stunden auf mich ein. Sein Blick ist wahrhaftig flehend, als er mich bittet, wiederzukommen. (Ich bin einige Male am Rande meiner Beherrschung. Frisch war ich ja auch nicht gerade, als ich dort ankam.)

Nachdem ich gehe, empfinde ich eine seltsame Tatbereitschaft, eine Bereitschaft, ohne Zögern Kontakt zu irgendjemand aufzunehmen. Aus dem Grüblerleben herausgerissen, von den Leuten skrupellos belegt (Hugo P, Kral), fühle ich mich angeregt, andere ebenso ungehemmt zu belegen.

Auf der Heimfahrt spreche ich eine Frau an, die sich irgendwie anbietend verhält, es ist eine Russin, sympathisch und hoffnungslos. Zum Schluß blicke ich ziemlich haltlos jeder weiblichen Figur hinterher (Es ist schon 23 Uhr.), ein Rest von Vernunft geleitet mich schließlich recht und schlecht nach Hause, unbefriedigt, ruhelos, dann fressend.

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Obwohl doch von äußeren Bindungen weitgehend ungehemmt, sind meine Beziehungen zu Frauen nach wie vor völlig unbefriedigend für mich, ja kaum vorhanden. Die vulgäre sexuelle Befriedigung, die ich wohl brauche, bzw. die skrupellose gelingt mir nicht (von Hegrü abgesehen). Es wird immer gleich eine menschliche Beziehung draus (Reri, Hepa) bzw. etwas ganz Verqueres, wie bei Marita. […]

 

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