08. Juni 1982 – F. Bacon über Garten
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Bacon Essays S. 191: „Gott der Allmächtige pflanzte zuerst einen Garten.“ (Moses II Seite acht) „… und in der Tat ist dies die reinste aller menschlichen Freuden.: es ist die größte Erfrischung für den Geist des Menschen, ohne welchem alle Gebäude und Paläste nur rohe Machwerke sind; und man wird stets finden, dass die Menschen mit dem Fortschritt der Jahrhunderte zur Bildung und Verfeinerung zuvor prachtvolle Bauten aufführen, ehe sie schöne Gärten anlegen als ob der Gartenbau eine höhere Entwicklungsstufe wäre.“
Ein Garten, der in jedem Monat höchste Schönheit entfaltet. Man kann sich tatsächlich einen „ewigen Frühling“ verschaffen (Vergil, Gedicht vom Landbau), wenn man sich nach dem richtet, was der Boden jeweils bringt…“
Interessant ist die Arbeit mit den Kaderakten. Mit nicht zu überbietender Ignoranz werden alle Genossen entgegen der Weisung des Ministers delegiert. Und die Verantwortlichen der Kaderabteilungen lassen sich das ohne ein Zucken bieten. Es ist eine unglaubliche Schlamperei. Erstes Gespräch mit einem der Neuen. Er ist F- und E-Ingenieur und hat schon 1625,-M. Natürlich ist der an einer Arbeit im MSAB, überhaupt an echter Leitungstätigkeit (wenn sie über den Gruppenleiter hinausgeht) nicht im geringsten interessiert. In Leitungstätigkeit freilich könnte er noch reinschlittern, aber für das MSAB besteht keine Chance.
Neuer Krieg Israels. Es klappt wieder anscheinend alles.
Reagan reißt in London das Maul auf, speziell gegen die Mauer in Berlin, für einen („friedlichen“) Kreuzzug gegen den Bolschewismus, für ein Fernsehduell (!!!) mit Breshnew. Er ist doch wirklich ein Superarsch. Bilder: R. zu Pferde, in Westminster, er platzte schier, der Frosch.
Und doch bleibt für die Menschen nur das maßgebend, was sie eingedroschen kriegen, zumindest, was sie im Bauch, im Schwanz usw. verspüren.
Das Gegeneinanderleben gegen L. ist belastend, dies besonders heute zu spüren, wo sie eine Art Zeichenfete im Garten machen; ihr verkniffener Mund, aus dem jede Wärme getilgt ist (ich zu ihr genauso). Nicht nur, dass nun wohl schon seit Monaten Sex überhaupt nicht mehr stattfindet. Darüber hinaus gibt es keine emotionale Gelöstheit, kein zu Hause mehr. Der Mensch braucht aber Momente mit einem anderen Menschen, in denen er ganz ohne rationale Steuerung sich geben kann. Vielleicht kann mancher dies in die Arbeit, in ein Werk packen, das sich vielleicht sogar aus dieser ungestillten Sehnsucht speist. Meine Lösung ist das letztlich nicht. (Auch um den Preis, dass mir letztlich F. entzogen wird, denn das wird die letzte Rache sein.) F. ist ganz besonders erfreut und lieb zu mir, als ahnte er, dass ein Ende mit dem Papa kommen wird.
Frühmorgens, auf Arbeit, R. kommt gerade zur Tür herein, erzählt sie gleich einen Sextraum, den sie mit mir hatte. Es ging Vieles durcheinander. A. schwirrte herum. Neger schwirrten herum, dann wieder in meinem Bürozimmer. Ich massiere ihr von hinten die Brüste, und wir sind darüber hinaus (besser: darunter hinaus) im schönsten Vollzuge als in der Wand eine Luke aufgeht und die Küchenhilfe der “Mutter“ hereinschaut, was uns aber nicht stört, fortzubumsen. Ja, nicht nur mir ist heiß.
# „Mutter“ war die Betreiberin der Imbissstube in unserem Bürogebäudet. #
Nebenstehender Akt übrigens gefällt mir nicht so sehr. Natürlich ist er ganz schön aggressiv. Aber die betonte Handsprache ist mir zu geziert. Das Drumherum zeigt mir, in welch eigentlich „schwüler„ Atmosphäre auch fotografiert werden kann. Man muß (und kann) sich wirklich alles erlauben (wenn man bedenkt, dass dies ohne weiteres veröffentlicht wird.) Ich muß mich hüten, dass mein Aktinteresse nicht eine neue Art von Ersatzbefriedigung wird.


