23. Juni 1982 - Angelika - verwirrt


[…]
Eins ist sicher, die Trübsal meiner einsamen Abendessen wird mich, sobald ich besser krauchen kann, nachdrücklich aus dem Haus treiben.
Etliche Annoncen suchen Urlaubsbegleiter. Ob in früheren Zeiten die Menschen auch solche Angst vor der Einsamkeit hatten?
Angelika irrt in Wohnung und Treppenhaus herum. Alles findet sie “mysteriös”. Sie wollte wohl mit L. und Christine zum Zeichnen, und das hat nicht geklappt. Warum??
Steht mit Kind (Georg) im Treppenhaus, wollte ihn mitnehmen, hat keinen Schlüssel. Hat keine Schüssel, um ihn zu waschen (an die Dusche denkt sie nicht), badet ihn dann (halbe Minute), ohne ihm sein Jäckchen auszuziehen.
Ich deute meine Situationen mit L. an, dass sich mein Verhalten nichts gegen sie, Angelika, richte (mein Sichzurückziehen). Erkläre, warum ich ihr nicht helfen kann beim Renovieren, dass ich Ischias habe, aber nicht krankmachen könne.”Wenn du keinen Krankenschein hast, kann es ja nicht so schlimm sein.” (Herrlich diese Reaktion aus dem Munde einer anarchistischen Verächterin alles Bürokratischen!)
Abends mitzuessen, lehnt sie erst ab, F. bietet ihr 3-, 4- mal Quarkspeise ein, sie überhört es. Schließlich willigt sie ein, zu essen, “wenn mir keine Verpflichtung daraus erwächst”.
Eben unterbrach sie mich beim Schreiben und behauptete, ich habe Ihre “Alete - Flasche” weggenommen - die sich schließlich in ihrem Beutel fand.
Die Frau hat eindeutig einen Schock.

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