28. Juni 1982 - Moczarski “Gespräche mit dem Henker”. Die Mauern von Chikago.
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Hauptetappen meines Lebens lassen sich durch Frauen markieren:
Christel (16 bis 35 Jahre), eine Zeit des Pflichtbewusstseins, der Ernsthaftigkeit in der Anwendung des Gelernten, der strengen Familienorientierung, beginnender Zweifel und Einsichten.
L. (36 bis 42 Jahre), Traum meines Lebens.
Interregnum (42 bis 50/55) Kennenlernen, Studieren der Besonderheiten, Nischen, Abwege. Entdecken ausgefallener Lust, Schwäche zu großer Bindung, intensivste Arbeit, die mich auch verändert.
Abendliebe (50/55 bis Schluss) schöne begrenzte Liebe, sich Bescheiden mit dem Möglichen, das zum Wirklichen wird. Abschied vom unendlichen Glück, Frieden im bescheidenen Glück.
Beim Psychologen-Treff spreche ich mit Inge über Angelika. Nach dem was ich schildere (Badeszene), meinte sie, dass es doch ziemlich ernst sei und sie in ärztliche Behandlung müsse. Man solle solche Leute straff, energisch, ernsthaft, aber nicht kränkend anfassen.
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Im Westfernsehen zum ersten Mal eine Hitler Wochenschau ganz gesehen. 30 Minuten das Gloria der deutschen Heere, danach schwätzen 1, 2 Engländer über die damaligen Kämpfe um Tobruk (1, 2 Russen über die Kämpfe um Sewastopol lassen sie nicht auftreten), wegen der Objektivität! Seit Jahren sind diese Sendungen alltäglich. Seit Jahren also ungebrochene Tradition zur deutschen faschistischen Wehrmacht selbstverständlich. Konsequentes Verdecken von Zusammenhängen und Ursachen, wie auch in der nachfolgenden Sendung “Hedonismus”.
Imperialistische Ideologie: das (dosierte) Darstellen von Erscheinungen kann sehr weit gehen, wenn zugleich gesichert wird, dass das Wesen unerkannt bleibt!
Das Verdecken von Zusammenhängen und Ursachen ist auch bei Fassbinder typisch, für den wieder Gedenksendung. Mit ihm ist Ihnen wirklich ein ideologisches Zugpferd ausgefallen.
Immer wieder fällt auf bei Leuten, die nicht aus L.s Umgebung kommen, sondern meiner die Unsinnlichkeit, Blindheit beziehungsweise allenfalls schematisierte Sinnlichkeit (zuletzt beim Psychologen-Treff, z. B. Nichtbeachtung der Blumen).
Zu “Gespräche mit dem Henker” von K. Moczarski: Frau Käthe Stroop kommt aus der Kulturintelligenz. Wahrscheinlich auch eine Bestätigung dafür, wie die ästhetische ohne entsprechende politisch - ethische Bildung zum Schlimmsten passt.
“Ein Leiter ist auch dafür verantwortlich, was die von ihm Geleiteten tun.” Die Tiefe dieses Leninsche Satzes ist mir jetzt nach der “Stroop-Lektüre” erst richtig aufgegangen. Bei der Darstellung durch Mocz. stehen Momente der Führungstätigkeit im Vordergrund. Das bedingt eine gewisse Abstraktheit und drängt die wirklichen Folgen der Handlungen der Befehlenden (und erst von Schreibtischtätern!) in den Hintergrund, macht sie unwirklich. Um das Handeln solcher Leute auch emotional richtig zu werten, müssen neben dem Wesen ihrer Führungs- und Leitungstätigkeit auch immer typische Erscheinungen, Einzelheiten dessen dargestellt werden. Typische Erscheinungen, denn nicht für alle Erscheinungen ist der Leiter verantwortlich.
Gute Stimmung beim Psychologentreff. Heidi freut sich über ein kleines Kompliment, dass ich ihr mache. Sie scheint und wirkt so herb. Und das täuscht. Wie ein Schwamm saugt sie Lob, Dank, Aufmerksamkeit auf. Sie will gewärmt werden.
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