01. August 1982 - Macht und realsozialistisches Leben

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Lesen: Granin, “Das Gemälde”,
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Die Macht in diesem sozialistischen Leben, über dieses Leben steht unerschütterlich und mehr oder weniger autark. Jedem Subjekt aber (zumindest im Sozialismus) ist ursprüngliche Aktivität, ein “mächtiges Streben” zu eigen. Kann es sich nicht direkt politisch äußern, so wendet es sich auf einen anderen Bereich des Lebens, erforscht ihn genau, verändert ihn konkret (oder es verzehrt, zurückgeworfen, sich selbst) und übt über diesen Umweg, sozusagen vom anderen Hebelarm aus, Wirkung auch auf die politische Macht aus. Diese Tatsache ist nach zwei Richtungen zu werten:
Positiv: Macht und Leben sind in einem selbstverständlichen Verhältnis, keins dem andern gegenüber exklusiv.
Negativ: Die Macht ist autark, verselbständigt, und was vom Leben zurückkommt, ist Druck.
Für das Verhältnis von Macht und Leben in unserer Gesellschaft sind beide Seiten charakteristisch und Realität.
Leiter üben Macht aus. Das muss die ZF ihrem Lehrgangsteilnehmern bewusst machen.

# Das Thema “Macht” hat mich durchaus beschäftigt, aber ohne jede Ahnung, was mit dieser Macht 7, 8 Jahre später geschehen würde.

Die realsozialistische Macht (zu ihrer Verbesserung) frontal anzugreifen, war mir ein undenkbarer Gedanke. #  

Meine Krankenperspektive:
August - wie Juli, Warten auf Besserung
September - Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung der Operation
Oktober - Kur
November - endlich wieder Arbeitsbeginn.
Wie groß ist das Risiko der Operation?

Immer wieder Staunen darüber, wie fesselnd jetzt Granin “das Gemälde” für mich ist, ein Buch, über dessen Anfang ich zu anderer Zeit nicht hinauskam. Mit Aitmatows “Jahrhundertweg ” wird es mir wohl ebenso gehen.
Was die Russen schon haben - unsere Kunst dagegen - Cezanne.

# Ende des vierten Protokollbandes. # 


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