02. August 1982 - Schmerzen
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Lesen: Granin, “Das Gemälde”,
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Peinlicher Traum. Ich sollte Parteilehrjahr durchführen, war völlig unvorbereitet. Goli hospitierte.
Heute stürzt mit empörtem Geheul F. herein:”Mama haunt!” Er hatte sie gehauen und sie hatte wieder geklapst. Ich sage: “Mama haut nicht, wenn du lieb bist. Geh zu ihr und sage das du lieb bist.” Was er auch prompt machte.
Heute Reizstrom, Rheumabad, Stufenbett, Schmerzen. Die Schmerzen im Bein sind heftig, nur in der Seitenlage gehen Sie zurück. Anscheinend Wechselbeziehung: Mehr Schmerzen/weniger Taubheitsgefühl und umgekehrt. Jetzt kann ich wieder besser sitzen als gehen oder stehen.
Unterwegs zum HdM, auf dem U-Bahnhof Luxemburg Platz, fragte mich eine alte Frau mitfühlend: “Sie haben wohl große Schmerzen?” Kurzes Gespräch. Ich war eher abweisend. (Die Gesunden können ihr Mitgefühl nicht ausdrücken, meist haben sie gar keins. Die Kranken können Mitgefühl nicht annehmen.)
Das ewige Tosen der Stadt ähnelt manchmal verblüffend dem Meer. Habe Sehnsucht nach Sonne, Wasser, Menschen.
Das Rheumabad heute Abend war wohl zu viel. Vor Schmerzen liege ich in einer Stellung, gleichsam an Bett geschmiedet.
Trunkenes Reden auf dem Hof.