04./05. März 1989 - Rückblick 1951
Der 44. Lehrgang ist gut angelaufen, die erste PC-Abend-Veranstaltung bei ZF.
Nach Skaby raus. Lange geschlafen - der Streß der Woche. Schnittarbeiten am Skaby-Weinstock, Fenterputzen.
Abends versucht mit C. “Die Kommissarin” # bedeutender sowjetischer Film #, ist aber ausverkauft. Zurück: Gelesen in “Budapester Rundschau” und Polemik dazu.
Halsschmerzen.
Gutes, bestes Verhältnis zwischen uns, schon seit langem.
dokumentiert: “Sonntag” 10/89
# Ein Auszug aus der Wochenzeitung des Kulturbundes (einst auf Initiative von Johannes R. Becher gegründet). Diese kulturpolitische Zeitung hat nach dem Untergang der DDR als “Freitag” überlebt. Kürzlich in den Besitz von Herrn Augstein jr. übergegangen, ist sie gerade in Verwandlung begriffen.
Der hier reproduzierte Auszug bringt einige historische Fakten von 1951, der Zeit der Formalismusdiskussion in der DDR, also der - sage ich verkürzt -stalinistischen Phase der Kulturpolitik der SED. Ich erinnere mich, daß mich damals bei ruhigem Lesen verwundert hatte, welch bedeutende künstlerische Leistungen in dieser Zeit, 1951, vollbracht wurden. Um welchen Preis?
Die Oper von Brecht/Dessau “Die Verurteilung des Lukullus” ist ein grandioses Werk. Wolfgang Staudtes Film “Der Untertan” ist, ebenso wie Heinrich Manns Roman, einfach wunderbar. Ich bekenne es den Heutigen, den Nachgeborenen - solche Werke tief in sich aufgenommen zu haben, das gehört maßgeblich zu meiner DDR-Identität.
Das erwähnte “Hochhaus an der Weberwiese” war ein populärer Neubau im Hinterland der Stalinallee. Noch im Ohr ist mir ein flotter Schlager: “Was ist den an der Weberwiese los, dort steht ein Haus ganz riesengroß…” Eines Nachts, Ende der 60-er Jahre, habe ich im Schatten des Hochhauses an der Weberwiese (ich bin geschwätzig) zum ersten Mal meine Frau betrogen. #
