18. April 1989 - Wahlversammlung mit Pfarrer Petzoldt
Bei dem Wahlgespräch im Haus von Pfarrer Petzoldt sind (mit mir) sechs Personenn anwesend.
# darunter der junge Carsten R., der als Vertreter der CDU Mitglied im WBA 12 war. #
Es gibt einen lebendigen (offenen) Dialog. Herr und Frau Petzoldt sprechen diese Themen an:
- Auswahlprinzipien der Wahlkandidaten
- die Informationspolitik
- die Mauer, sie sei der antifaschistische Schutzwall, aber an ihr verbluten Menschen
- Reisemöglichkeiten (auch für entfernte Verwandte), Recht darauf nach den Beschlüssen der KSZE
- Umweltfragen
- Versorgungsmängel
- Erweiterung der Mitverantwortung (dann auch weniger Ausreiser)
- zur Wahlhandlung: Wie das “Nein” ausdrücken?
- Wehrdienstverweigerung (Militarisierung von Kindheit an), Friedenshelden feiern
- Schäden am Müllcontainerplsatz Schwedter Str. 231 (KWV)
- Einbeziehung/Verantwortung der Frauen
- Frau Petzoldt ist bereit als berufenen Bürgerin mitzuarbeiten
- Zustand der Radwege, überhaupt Radfahrer in der Stadt
# Pfarrer Petzoldt war Pfarrer an der Berliner Zionskirche, bekannt u.a. durch die Umweltbibliothek. Diese Kirche lag zwar nicht im Bereich des Wohnbezirks 12, in dem ich WBA-Vorsitzender war, wohl aber ein Gemeindehaus, zugleich sein Wohnhaus. Gespräche dieser Art waren Teil der Wahlvorbereitung auf die (später berüchtigten) Kommunalwahlen vom Mai 1989. Mir war es äußerst wichtig, mit dem Pfarrer ein offenes Gespräch zu führen und, wenn möglich, irgendeine Art von Kooperation aufzubauen. #