22. April 1989 - Konrad Knebel
“Die Kommissarin”, zum 2. Mal gesehen, gefällt mir jetzt sehr gut, kann ihn erst jetzt als Kunstwerk würdigen.
# “Die Kommissarin” ein hervorragender sowjetischer Film, gedreht im Jahre 1967, Buch und Regie: Alexander Ashkoldow, lange verboten, kam erst jetzt in die Kinos. #
Erneut Ausstellung Konrad Knebel im Ephraim-Palais. Ich war um die 40 min dort, hab’ mich vertieft - und doch noch kaum ein Drittel der Bilder gründlich betrachtet. Beginne, mir eine “Theorie” über ihn zu machen. Seine Bilder sind von unaufdringlicher Dialektik tief durchdrungen. Mich beeindruckt die Kraft der Komposition und geistigen Spannung (die tief im Malerischen ist). Ich spekuliere: seine Bilder haben immer einen poetischen Schwerpunkt, einen “poetischen Fleck”, der von einem “häßlichen Detail” kontrapunktiert wird. Immer ist da ein Haken, der das Poetische relativiert (”bricht” wäre oftmals schon zu viel gesagt). Diese Spannung, Handlungspielt sich immer vor einem neutralen Hintergrund, bzw. in einem neutralen, gleichsam “bezeugenden” (also keineswegs stummen) Rahmen ab. Die Zeichnungen gehen den Strukturen nach. Die kleinen Aquarelle fassen den poetischen Reiz sozusagen pur.
Der Text von Richter im Knebel-Katalog ist gut. Die Anderen reden mir viel zu viel nur vom