8. bis 19. Januar 1982 (FDGB-Urlaubsreise)
Eine Urlaubsreise, von der ich nur wenige Notizen gemacht habe.
Bemerkenswert war ihr Zustandekommen.
Die begehrten FDGB-Reisen wurden in den Industriebetrieben (und LPGs ) so zahlreich angeboten, daß, wer wollte, etwa alle zwei Jahre verreisen konnte - Bevorzugung der Arbeiter- und der Bauernklasse. Nicht so in Verwaltungen, Einrichtungen, Ministerien, also bei den „Sesselfurzern“. Dort wartete man oft viele Jahre vergeblich auf eine attraktive FDGB-Reise. (FDGB-Reisen waren nur ein Teil des betrieblichen Reiseangebots. In eigener Regie organisierten die Betriebe weitere Möglichkeiten.)
Natürlich kam es vor, daß vergebene Reisen nicht angetreten wurden. Solche Stornierungen wurden beim FDGB zentral erfaßt und an Interessenten vergeben, die kurzfristig einspringen konnten. So kam ich von einem Tag zum anderen während der Hochsaison zu einem Winterurlaubsplatz.
Die Reise führte nach Waltersdorf ins Zittauer Gebirge. Winterwanderungen führten mich (und die wintersportbegeisterten Margot aus Zittau, die ich bald kennengelernt hatte) aber auch via kleinem Grenzverkehr in die CSSR. Der Jested mit seinen 1012 m Höhe und schönen Skigebieten imponierte mir. Wir genossen die tschechische Küche, den Kaffee und Kuchen; so ähnlich mußte es in Wien schmecken. Aber auch andere Süßigkeiten gab es mit Margot, der erfahrenen 50-Jährigen, zu entdecken.
Wanderungen einsam oder zu zweit durch die Wälder und das Zittauer „Westentaschengebirge“, Besuche in Museen (Volkskunde- und Mühlenmuseum Waltersdorf, Oberlausitzer Damast- und Heimatmuseum Großschönau) und im Gerhart Hauptmann Theater Zittau - eine Zeit schöner Eindrücke und intensiver Erholung.