Archive for the ‘Garten’ Category

14. März 1990 – das grüne Gartenbuch

Mittwoch, Februar 1st, 2012

Zum ersten Mal ein grünes Gartenbuch vom S. Fischer Verlag für 8,- gekauft. # mit unserer Mark bezahlt #

C. kam spät von der Vorstandssitzung. Dort stehen die Zeichen ernsthaft auf Personalabbau.

Ganztägiger Vortrag von Cieslarczyk, war ganz gut.

# Wenn ich mich recht erinnere, ging es um Management, und der Referent war einer der von Dr. W. Bevorzugten. Vergl. hier. #

Teilnehmerin ist auch eine schöne Frau, Henriette Latus.

Kerstin Kluge kommt abends vorbei – Mieterbund.

 

11. März 1990 – frisch gezapfter Birkensaft

Sonntag, Januar 22nd, 2012

Mit F. und C. in Schmachte. Dort ist der Zaun umgefallen. Ich pflanze zwei Haselnüsse + Wermut + Forsythie. Schönes Wetter, schöne Erholung. Weinreben aus dem Winterschlaf geholt. F. kredenzt Birkensaft.

Abends wollte ich SAT1 „Talk im Turm“ sehen. Sie bringen stattdessen 2 Std. Tennis. Sehe „Talk“ dann doch noch – Revolverfernsehjournalismus.

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25. Februar 1990 – im Garten

Mittwoch, Januar 11th, 2012

So schön wie das Wetter war der ganze Aufenthalt in Schmachtenhagen. Gestern habe ich alle Bäume und Sträucher geschnitten…und war fleißig beim radikalen Aufräumen… Nun ist Raum für Neuwuchs. Er soll jung und dicht werden, Zitterpappeln vor allem, die nun mal zu diesem Grundstück gehören, durchsetzt mit einigen Schönheiten, wie Vogelbeeren, Haselnüssen, Sanddorn, Heckenröschen. Lebenskräftig und dicht soll es an etlichen Stellen wachsen, damit Unterschlupf da ist, für Vögel und für uns…

So viel junges Grün, so viel Knospen! Geschlafen habe ich dort, wie immer, ausgezeichnet. Beim Aufwachen träumte ich von Hans Modrow. Er saß neben mir auf einer Bank. Ich fasste ihn um, zog ihn an mich uns sagte: “Hans, wenn du nicht kandidierst, ist die Partei kaputt, wenn ja, dann haben wir eine Chance.“ Dann wachte ich auf. Als ich im Rundfunk den Mitschnitt vom Parteitag hörte, den erleichterten Beifallsaufschrei, als er „Ja“ sagte, kamen mir die Tränen in die Augen.

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Irgendwo las ich von den Problemen des Mannes jenseits der 50. Pro Jahr nehme seine Kraft um 1% ab…. Fast immer wollen Männer in dieser Situation Leistung erzwingen. Eigentlich aber müssten sie etwas Neues tun, was ihren abnehmenden Kräften angemessen ist. Auch unter diesem Gesichtspunkt sehe ich meinen  Entschluß, die andere Arbeit zu machen.

Ich fühle mich gut erholt – abgelenkt und aufgeheitert  - durch Schmachte.

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24. Februar 1990 - unglaubliches Februarwetter

Dienstag, Januar 10th, 2012

Rausfahrt in den Garten. Allein, denn C. ist zum Verbandskongreß. Seit Mittwoch sind Temperaturen zwischen 15 und 20° C und sonnig dazu, ein unglaubliches Wetter.

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30. Januar 1990 - Briefe

Mittwoch, Dezember 14th, 2011

Die Befragung Dr. Exners gibt keine Orientierung. Er hat Magenschmerzen und bemüht sich, aus dem Apparat auszuscheiden. Endstation.

Renate schreibt für mich mein PDS-Papier.

Traf im HdM Peter Röske, # Haus der Ministerien, nachmaliger Sitz der Treuhand, Peter Röske Mitarbeiter im Ministerium für chemische Industrie, Vergl meinen Eintrag hier.  http://tageundjahre.de/archives/192 # der im Mai seine Galerie eröffnen will.

Muß mir langsam ernsthafte Gedanken für meine zukünftige Arbeit machen.

Die Montagsdemos scheinen immer deutlicher von Wiedervereinigungsparolen geprägt. Wenn jetzt der Wahlbetrug Schritt für Schritt aufgedeckt wird, wird sich auch zeigen – wie peinlich - dass ca. 80% dieses „Volks von Revolutionären“ das Honecker-System gewählt haben, noch am 7.5.89!

# Aus einem Brief an meine von mir getrennt lebenden Söhne: #  „… Ein ereignisreicher Monat ist seit unserem Treffen vergangen. Die Großwetterlage ist ja nicht gerade schön. Ich habe mich an meinem Arbeitsplatz engagiert, um Bildungsveranstaltungen für die Mitarbeiter des Ministeriums vorzubereiten. Danach besteht ein großer Bedarf. Aber gegenwärtig scheint es, als würde das mit einem Federstrich hinweggewischt. (In diesem Zusammenhang hatte ich eine interessante Begegnung im DGB-Landesvorstand in Westberlin. Ich: „Würden Sie uns einen Vortrag halten, darüber, wie bei Ihnen die Interessenvertretung der Arbeitnehmer funktioniert, die Mitbestimmung?“ Er: „Mitbestimmung haben wir nicht. Das ist erstmal unser Ziel. Sie haben dafür die besseren gesetzlichen Voraussetzungen.“) Es wurde ein interessantes Gespräch, und er ist bereit, bei uns zu sprechen. Aber wie gesagt, die bei uns nach wie vor herrschenden Leute im Apparat (eine einmalige Legierung von Stalinist, Opportunist und Bürokrat, die zudem noch kopflos sind) werden es höchstwahrscheinlich kaputt machen.

Was ich dann arbeiten werde ist mir sehr unklar. Die augenblickliche Situation beunruhigt mich, macht mich gleichzeitig aber auch neugierig. Nur gut, daß ich keine besonderen Ansprüche an Sozialprestige und Konsum habe. Das beiliegende Papier, das ich ausgearbeitet habe, Vergl #  zeigt Euch, wofür ich mich in der gegenwärtigen Situation einsetze. Zwar bedrückt mich der gegenwärtige Zustand der Partei aber anscheinend ist meine Parteibindung nicht primär davon abhängig, daß ich zu den Siegern gehöre….“

# Aus einem Brief an Freund Kurt: # „Wie ich Dir schon erzählt hatte, habe ich mich besonders für die Wahlversammlung meiner WPO engagiert und das beiliegende Papier ausgearbeitet. Auf die Diskussion bin ich gespannt.

Mir scheint es, daß viele Genossen es sich nicht vorstellen können, nicht mehr bei den Regierenden zu sein. Nachdem mein Chef hier zum 15.2. die Segel streichen will, ist die Zukunft der Zentralstelle unklarer denn je. Die meiner Überzeugung nach notwendigen Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter des Ministeriums werden wohl vom Tisch gefegt werden. Wie sich dann meine weitere Arbeit gestalten soll, läßt sich schwer sagen. Vielleicht fällt mir irgendetwas Ungewöhnliches, Ausgefallenes sein, damit, wenn schon der normale Lebensweg abbricht, wenigstens Neugierde oder der Wunsch nach Ungebundenheit befriedigt werden…. „

18.November 1989 - Gewaltfreiheit!

Mittwoch, November 18th, 2009

Gestern noch bei F. - Modelleisenbahnbau

Regierungserklärung Modrow teile ich voll und ganz.

Westfernsehen überträgt Leipziger Kundgebung des “Neuen Forum”.

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Heute heißt es allenthalben, daß man weiter auf die Straße gehen muß. Das ist aber nur die halbe, eigentlich nur ein Drittel der Wahrheit: In Wirklichkeit geht es darum, sehr genau zu wisen, was man fordert und will, damit die Revolution weitergeht (”Neue Zeit”, 45/89, S. 22, V. Ganjuschkin), damit der Sozialismus demokratisiert wird. Und dafür muß man dann überall, auch auf der Straße, einstehen.

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“Das Volk” will nichts mehr von der SED wissen und schätzt Gorbi. Welche konkrete Politik Gorbi aber macht, und was man konkret von dort lernen könnte - Da gibt es wenig.

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 Daß uns eines Tages die Notwendigkeit, den Stalinismus aus- und auszumerzen so grausam packen wüde - das hätte ich nicht gedacht. Und wieder mußt Du als Genosse dabei vorangehen und darfst nicht auf Dank hoffen. Und die Massen sind zwiespältig in ihrem Aufschwung. Beflügelt wollen sie auch gleich noch den Dreck an den eigenen Füßen überfliegen. Wie schön ist es, wenn man nun für ALLES eine Schuldigen hat!

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 Die Leipziger Kundgebung des “Neuen Forum”, die ich heute lange gesehen habe, bietet eine wunderliche Mischung von ehrlicher Empörung/Unkenntnis/Demagogie und Rationalität/Realismus. Die eigentümliche Legierung von Mündigkeit und Unmündigkeit, die wir erleben!

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Ich freue mich darauf, morgen meine Garten in Schmachte zu erleben.

Mit elementarer Gewalt treibt es mich auf einen ideologischen Punkt zu: Wie kommen wir aus Hitler und Stalin? (Die Überempfindlichkeit Honeckers auf diese Sputnik-Frage. Das nachdrückliche Fragen der Lea Rosh nach eventuellen Wurzeln der DDR zwischen 1933-45. Wassili Grossmans Roman, über den ich gerade in “Kunst und Literatur” 6/89 lese.)

Ich wiederhole es: Vielleicht ist die Gewaltfreiheit in diesem Aufschwung in der DDR, der hoffentlich eine Revolution ist, eine welthistorisch neue Tat. Kann einst die Gewalt die Demut gebären?

Wie erlebe ich die Abwesenheit C.s? Gleichgültig.

In den Brüchen dieser Tage und den Mühes des Bewältigens gibt mir C. nichts.

Ausfall der halben E-Anlage in meiner Wohnung.

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30. Oktober 1989 - Flut demokratischer Aktivität

Dienstag, November 3rd, 2009

Am Freitagabend Abuladses Film “Das Gebet” - tief beeindruckt !

Weiterhin Tempo in der Politik.

In Schmachte Samstag und Sonntag, bei freundlichem Wetter Herbstarbeiten, Auslichten, Ernte von Petersilie, Dill. C. findet großartige Parasols. Ewiglanger guter Schlaf.

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Am Sonntagabend Konzert - schöne Musik.

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Heute zur Zahnärztin. Alles politisiert. C. am 4.11. zur Demo - ich nicht. Es wird unglaublich viel geredet - gut. Taten sind notwendig.

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22. Oktober 1989 - schönes Wochenende

Samstag, Oktober 24th, 2009

‘raus nach Schmachte, herrliche Herbstfärbung allüberall, gesenst, nachts nicht kälter als 14 °C.

In der Sowjetliteratur Artikel über den Afghanistankrieg. Bei uns wird der “Sputnik” wieder zugelassen und anderes.

Ausflug zur Tongrube - und Bad!

Herrliches Pilzgericht, C. hatte Anischampignons gefunden.

11. September 1989 – “alte Leute”

Freitag, Oktober 16th, 2009

Schönes sommerliches Wochenende in Schmachte. Weinstöcke „Blauer Portugieser“ und „Siegerrebe“ gesetzt. Pflanzung weißer Johannisbeere und zweier Loganbeeren. Badefahrt zum Tonsee.

Wichtige Artikel in der BR („Budapester Rundschau“) 36/89 und NZ 34/89 zum Hitler/Stalin-Pakt und seinem Umfeld.

F. erzählte im Gespräch von älteren Leuten…? - von 40- bis 45-Jährigen. So stehe ich auf einmal im Reich des Alters! Er erzählt, daß er Mückenlarven für eine Fische fängt:”Sie sind etwa 8x so lang wie eine Blattlaus.”

19. August 1989 – Urlaub Teil II

Donnerstag, Oktober 15th, 2009

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in Carwitz mit C. vom 14.8. bis 19.8.

Von Schmachte nach Oranienburg, Tretlagerdefekt an C.s Fahrrad. Triebwagen Oranienburg Templin.

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Rundgang in Templin, über Lychen nach Carwitz, mein Hinterrad läßt Luft. Am Ende sind wir ziemlich geschafft. Vor Tante Ellis Tür ein Berg Kohlen. Beim Reinschleppen geholfen. Westdeutscher Besuch.

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Das morgenliche Bad im Schmalen Luzin hinterm Haus. Strauß Wiesenblumen zum Geburtstag.

Große 6-Stundenwanderung mit C. Bohnenwerder, Hullerbusch, Feldberg, am Luzin zurück (Streit in Feldberg). Heißester Tag, abends fertig.

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Wanderungen, Bootstouren, beiläufig übrigens in diesen Tagen Studium der “Prese der Sowjetunion” – Beratung im ZK der KPdSU vom 18.7.1989.

Heute Abfahrt 8 Uhr 30 aus Carwitz, nachdem wir noch einmal das herrliche morgenliche Bad im Luzin genossen haben. Eine kurze, sehr schöne Urlaubsreise geht zu Ende.

Nun wieder in Schmachte, wo es auch schön ist. C.s Rad sehr defekt (Freilauf).