Die Befragung Dr. Exners gibt keine Orientierung. Er hat Magenschmerzen und bemüht sich, aus dem Apparat auszuscheiden. Endstation.
Renate schreibt für mich mein PDS-Papier.
Traf im HdM Peter Röske, # Haus der Ministerien, nachmaliger Sitz der Treuhand, Peter Röske Mitarbeiter im Ministerium für chemische Industrie, Vergl meinen Eintrag hier. http://tageundjahre.de/archives/192 # der im Mai seine Galerie eröffnen will.
Muß mir langsam ernsthafte Gedanken für meine zukünftige Arbeit machen.
Die Montagsdemos scheinen immer deutlicher von Wiedervereinigungsparolen geprägt. Wenn jetzt der Wahlbetrug Schritt für Schritt aufgedeckt wird, wird sich auch zeigen – wie peinlich - dass ca. 80% dieses „Volks von Revolutionären“ das Honecker-System gewählt haben, noch am 7.5.89!
# Aus einem Brief an meine von mir getrennt lebenden Söhne: # „… Ein ereignisreicher Monat ist seit unserem Treffen vergangen. Die Großwetterlage ist ja nicht gerade schön. Ich habe mich an meinem Arbeitsplatz engagiert, um Bildungsveranstaltungen für die Mitarbeiter des Ministeriums vorzubereiten. Danach besteht ein großer Bedarf. Aber gegenwärtig scheint es, als würde das mit einem Federstrich hinweggewischt. (In diesem Zusammenhang hatte ich eine interessante Begegnung im DGB-Landesvorstand in Westberlin. Ich: „Würden Sie uns einen Vortrag halten, darüber, wie bei Ihnen die Interessenvertretung der Arbeitnehmer funktioniert, die Mitbestimmung?“ Er: „Mitbestimmung haben wir nicht. Das ist erstmal unser Ziel. Sie haben dafür die besseren gesetzlichen Voraussetzungen.“) Es wurde ein interessantes Gespräch, und er ist bereit, bei uns zu sprechen. Aber wie gesagt, die bei uns nach wie vor herrschenden Leute im Apparat (eine einmalige Legierung von Stalinist, Opportunist und Bürokrat, die zudem noch kopflos sind) werden es höchstwahrscheinlich kaputt machen.
Was ich dann arbeiten werde ist mir sehr unklar. Die augenblickliche Situation beunruhigt mich, macht mich gleichzeitig aber auch neugierig. Nur gut, daß ich keine besonderen Ansprüche an Sozialprestige und Konsum habe. Das beiliegende Papier, das ich ausgearbeitet habe, # Vergl # zeigt Euch, wofür ich mich in der gegenwärtigen Situation einsetze. Zwar bedrückt mich der gegenwärtige Zustand der Partei aber anscheinend ist meine Parteibindung nicht primär davon abhängig, daß ich zu den Siegern gehöre….“
# Aus einem Brief an Freund Kurt: # „Wie ich Dir schon erzählt hatte, habe ich mich besonders für die Wahlversammlung meiner WPO engagiert und das beiliegende Papier ausgearbeitet. Auf die Diskussion bin ich gespannt.
Mir scheint es, daß viele Genossen es sich nicht vorstellen können, nicht mehr bei den Regierenden zu sein. Nachdem mein Chef hier zum 15.2. die Segel streichen will, ist die Zukunft der Zentralstelle unklarer denn je. Die meiner Überzeugung nach notwendigen Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter des Ministeriums werden wohl vom Tisch gefegt werden. Wie sich dann meine weitere Arbeit gestalten soll, läßt sich schwer sagen. Vielleicht fällt mir irgendetwas Ungewöhnliches, Ausgefallenes sein, damit, wenn schon der normale Lebensweg abbricht, wenigstens Neugierde oder der Wunsch nach Ungebundenheit befriedigt werden…. „