Archive for the ‘Massenmedien’ Category

10. Januar 1990 - Der Untergang und Versuche etwas dagegen zu tun

Sonntag, November 27th, 2011

Gestern „Out of Rosenheim“ mit C. Schöne Einfälle in diesem Film – die gute Idee nicht durchgestanden. Auf dem Rückweg treffen wir Schillack vom WBA, der (leicht angetrunken?) mitteilt, dass seine Ortsparteiorganisation (LDPD) sich jetzt voll auf die Entmachtung der SED-PDS konzentrieren werde. C. spricht mit ihm. Ich bin von dem Blödmann momentan zu verletzt als dass ich klug reagieren könnte.

Gysi sagte heute im ND, dass unser Wahlkampf allein von Sachkunde und Kompetenz getragen sein dürfte. „Andere versuchen, uns nicht im Wahlkampf zu schlagen, sondern uns zu vernichten:“ 

In einem Fernsehgespräch letzten Sonntag überlegte ein Kirchenvertreter (Leich oder Lotz?), dass die Schmierereien am Treptower Ehrenmal auch von der Stasi angestellt sein könnten. Am Montag im Porträt per Telefon darauf angesprochen, distanzierte sich Krusche nicht von dieser Vermutung! Dies gut merken zum Thema Seriosität solcher Kirchenvertreter. (Wobei ich mir wohl bewusst bin, dass auch solche Handlungsweise von Stasikräften nicht unmöglich ist. Aber von da bis zur Äußerung eines solchen konkreten und konkret völlig unbegründeten Verdachts in der Öffentlichkeit sollte eigentlich ein politisch weiter Weg sein.)

Ist das eigentliche Verbrechen der Honecker und Co. nicht Hochverrat?

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Goldmünzen – welchen Abgrund solche Details offenbaren! 

Heute Abend ist WPO – vorbereitende Versammlung. Auf in den Kampf für eine neue SED-PDS!

„Juvenilmeer„ von Platonow. 

Hab mich bei der Plattform „3. Weg“ angemeldet.

Erste Gedanken, allererste, zur Installierung (Wahl) eines Bürgerrates auf Wahlkreisebene (die Gemeindevertretung in der Stadt).

08. Januar 1990 - Dynamik der Ereignisse

Sonntag, November 27th, 2011

Ausgiebiges Lesen „ND“, Vorstandstagung der Partei,

Kohlenkarten für WB12; Vorbereitung 10.1.,  Handel und Versorgung-Brinkmeier ist aus der Partei ausgetreten. Im Fernsehen Gespräch mit Krusche. Montagsdemo in Leipzig: deutschnational (Arbeiter).900108-1w.jpg

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04. Januar 1990 - Parteiaustritte, Wohnparteiorganisation formiert sich

Sonntag, November 27th, 2011

Gestern WPO-Versammlung der alten WPO.

Mein alter Bekannter Kannewurf, WPO-Sekretär, ist aus der Partei ausgetreten – wegen “seiner Enttäuschung durch die Honecker-Clique”. Den WPO-Sekretär hatte er unter der Bedingung übernommen, eine Wohnung zu bekommen und mit einem neuen Wartburg beliefert zu werden. Die Wohnung, so weiß ich, hat er nicht bekommen. Übrigens war er früher Armeeoffizier.

Die WPO ist – mit beträchtlichem Zeitaufwand für Verständigungsdiskussionen untereinander – auf dem Formierungswege.

Über A. – Döring – Frau Zimmermann erfährt man, Gerhard Zimmermann habe in einem Abschiedsbrief gewünscht, nicht in derselben Erde wie „diese Verbrecher“ (der damaligen Partei- und Staatsführung) bestattet zu werden.

 # Plötzlich erfuhr man so etwas. Gerhard Zimmermann, früher Minister für Schwermaschinen- und Anlagenbau, mir persönlich gut bekannt. #

Weltbühne 1790:

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 Mit F. in der Modellbahnausstellung und im Tierpark. Das große Elefantenhaus (und die badenden Elefanten )! kino mit ihm: “Die Olsenbande fliegt über die Planke”

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03. Januar 1990 - SPD wünscht Selbstauflösung der SED-PDS

Sonntag, November 27th, 2011

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Gestern Manuela Kunzmann bei mir, zwecks Parteiarbeit im Wohngebiet.

Platonow „Baugrube“.

Polemik mit C. wegen der Äußerungen des Steffen Reiche und der Stellung des „ND“ dazu.

# Siehe Zeitungsausschnitte 31.12. und 2.1. #

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# Das würde jetzt auch bei uns normal werden. # 

31. Dezember 1989 - Zeitungskehraus

Sonntag, November 27th, 2011

Zeitungskehraus.

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 # Daß die Türken slawische Namen annehmen mußten, hatte ich vor Jahren in Bulgarien hautnah erlebt. Ich fand es nicht nur empörend, weil sowas mit Leninscher Nationalitätenpolitik völlig unvereinbar war, sondern auch, weil ich die Namen meiner türkischen Freunde besonders schön fand. Nun mußte sich plötzlich Ismet „Ignaz“ nennen. #

 

Mit C.s Verwandten aus Westberlin zu Silvester in Skaby.

 

28. Dezember 1989 - “Glücklich ist, wer vergißt”

Sonntag, November 27th, 2011

Lektüre „Die Zeit“, vom 15.12.89, ein Beitrag Karl Markus Michel. “Glücklich ist, wer vergißt”

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Im Rundfunk Monika Maron zum Thema Deutschland und Sozialismus.

In der heutigen „Morgenpost“ Berichte über das Luxusleben der Ceauchescus.

Im Fernsehen Diskussion der Oppositionsparteien (u.a. Steffen Reiche).

Parteien = Machtinteresse

26. Dezember 1989 - Programmerklärung “Neues Forum”

Freitag, November 25th, 2011

Entwurf Programmerklärung und Statut des NF # „Neues Forum“ # , von Gilbert; mit C., Gilbert und Klaus Freymuth besprochen; eine linke, der SED-PDS nahe stehende Organisation.

# Gilbert Furian, vergl. mein Posting vom 14. Oktober 1989.  Er ist heute eine “Person der Zeitgeschichte” und “Zeitzeuge” im Umfeld der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Klaus Freymuth, ebenfalls ein Aktivist des NF. Er war Videokünstler und -unternehmer in der DDR, im Konflikt mit der Staatsmacht. Man kann Näheres dazu im Internet finden, jedoch ist mir selbst Näheres nicht bekannt. Er starb wenige Monate später durch einen Fahrradunfall. Meine hier zum Ausdruck kommende Meinung zum NF hatte keinen Bestand. Wo bin ich später ausführlich auf die “Bürgerbewegten” zurück gekommen?  #

Ich sollte eigentlich meine tägliche wichtigste Lektüre notieren, z. B. in den letzten Tagen:

„Neue Zeit“ Nr. 50 und 51/89,

Biermann, (taz“ 12.3.88 zu Vogel und dem DDR-Häftlingsverkauf),

Tschechow, „Krankenzimmer Nr.6“,

C. Fr. v. Weizsäcker, „Wege in der Gefahr“,

Programmerklärung NF,

A. Patonow, „Die Baugrube“,

Medienpapier des NF.

Ich denke, dass Zeitungen finanziert werden sollten – in angemessenen  Anteilen (vielleicht 50:25:25) – durch die Käufer: den Staat : die Werbung.

 

21. Dezember 1989 - Privilegien der Führung

Donnerstag, November 24th, 2011

ND von heute:

Die 14 Autos des Erich Honecker.

10 Farbfernseher/Jahr kaufte die Sippe Mittag (NSW-Erzeugnisse 1:1 + 50% Handelsspanne).

Von Sept. bis Nov. kaufte die Familie Sindermann 4 westl. Farbfernseher.

Hamsterkäufe einiger Familien, nachdem angekündigt worden war, dass das NSW-Sortiment zum letzten Mal verkauft wird.

Welch eine moralische Degradation!

Meine hier mehrfach geäußerte Entrüstung über die moralische Degradation unserer Führer verlangt nach Erläuterung:

Die Privilegien der Machthaber im Sozialismus waren immer ein wunder Punkt. Erzogen wurden wir mit Bildern von der spartanischen Lebensweise Lenins. Offiziell war das damit gesetzte Leitbild nie zurück genommen worden. Freilich hatten wir die Gleichmacherei, die Missachtung des Leistungsprinzips der frühen Jahre nach der Oktoberrevolution in unserem ideologischen Selbstverständnis seit langem „überwunden“ und damit war grundsätzlich klar, dass hochrangigen Leuten hochrangige Einkünfte zustanden. Kein Diskussionsgegenstand waren auch Vergünstigungen, die Widerstandskämpfern gegen den Faschismus gewährt wurden.

Leider wurden aber all diese Verhältnisse nie offen gelegt, Durchsichtigkeit war nie gegeben. Aber immer wieder wußte jemand von Beispielen offensichtlich ungerechtfertigter, keineswegs durch das Leistungsprinzip gedeckter Begünstigungen, die für unerfreuliche Diskussionen sorgten. Jedem waren solche Beispiele bekannt und als „guter Genosse“ musste man es eben schlucken, in einer ärgerlichen Defensive zu sein und die ganze Problematik mit mehr oder weniger schlechtem Gewissen verdrängen.

Zu meiner eigenen Orientierung (oder Beruhigung) hatte ich mir in diesem zwiespältigen Bereich zwei, drei Kriterien festgehalten: Für unberechtigt und kritikwürdig hielt ich die quasi private Nutzung des ganzen Ferienhaus-, Gästehaus-, Tagungshauswesens. Deren ganzes Ausmaß war mir bis zum Ende der DDR nicht bekannt. Und für verwerflich hielt ich die Beziehungs- und Beschaffungsmentalität, die sich in der Versorgung ganzer Familien- und Freundesclans ausdrückte. Schließlich war ein dritter Aspekt schwer erträglich: Die Konsumwünsche unserer Oberen und ihres Familienanhangs richteten sich fast ausschließlich auf Westwaren und zwar, wie ich erst gegen Ende der DDR erfuhr, nicht nur auf westliche Gebrauchsgüter, sondern auch auf Perlen der westlichen Ideologieproduktion, Pornofilme eingeschlossen.

Die jetzt gemachten Enthüllungen und gleichermaßen die miesen Vertuschungsversuche bewiesen, dass die moralische Integrität der Führungsschicht zerstört war. An dieser Stelle mischte sich in meine Empörung Selbsthass – weil ich mich solange gescheut hatte, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Freilich, die Korruptheit der politischen Elite der DDR in den gegenwärtigen realkapitalistischen Rahmen gestellt, sieht mickrig aus. Selbst einer der intelligentesten Korrupten – Schalck-Golodkowski – hat kaum mehr zusammengerafft als heute ein zweitklassiges Fußballidol. Doch solche Relativierung setzt den Maßstab der bürgerlichen Gesellschaft voraus. Wir aber mühten uns um den Aufbau des Sozialismus. Noch in der Missachtung und Zerstörung sozialistischer Werte durch Kommunisten, wie sie 1989/90 ans Licht kam, leuchtete auf, dass sie zeitweilig gesellschaftliche Geltung erlangt hatten.

Ein Bedenken zum Schluss: Sollte ich mit dem ganzen schwer fassbaren Thema der Moralität nicht viel vorsichtiger umgehen? Verlange ich gar, dass Politiker, Menschen wie du und ich, Edelmenschen sein sollen? In der Tat geht es mir nicht um Moral in ihren vielen Aspekten, sondern um einen ganz bestimmten Zusammenhang, jenen Bereich, den jeder sozialistische Politiker verantworten muss – das Verhältnis des Einzelnen zur privaten (und das heißt wörtlich räuberischen) Aneignung von gesellschaftlichen Gütern und Leistungen. In dieser Frage bleibt jeder Sozialist, auch und gerade ein verdienter Politiker, voll und ganz verantwortlich. Die Erfahrung bestätigt, dass jede soziale Bewegung, die sich nicht von ihren Privatisierern frei macht und frei hält, verloren ist. #

# Auch im opablog Dezember 2011 beschäftigt mich das Thema. #

# Ein Zeitungsausriß  aus der “BZ” zum Kohl-Auftritt in Dresden # 

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20. Dezember 1989 - Kohl in Dresden

Dienstag, November 22nd, 2011

Frenetische „Deutschland! Deutschland!“ –Rufe in Dresden gestern und „Rote raus“ Rote raus“. (Die Gegendemonstration in Berlin existiert für die Tagesthemen nicht, auch nicht für die heutige CDU-„Neue Zeit“.)

Kohl begrüßt gestern die Dresdner an der Frauenkirche und zollt der „friedlichen Revolution“ in der DDR Bewunderung!!

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Am Zionskirchplatz gestern erblickte ich das erste Flugblatt der SED-PDS von der Basis. Es findet sich die GO # SED-Grundorganisation # des Wohngebiets.

Streit mit C. über Rechtmäßigkeit der Modrow-Regierung.

Gestern Bescherung bei F. und L. (Stabilbaukasten für F.)

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 # Der folgende Zeitungsbericht schildert den Arbeitseinsatz im Schlachthof Berlin, an dem auch ich beteiligt war, wie hier mehrfach berichtet. #

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16.-18. Dezember 1989 - Besuch der Verwandten in Coburg

Dienstag, November 22nd, 2011

# Die Seite des Tagebuchs mit der Coburg-Touristenwerbung # 

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Im Bayernkurier ist man sehr deutlich zu strategischen Fragen, ganz besonders der Eigentumsfrage

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# Unsere Tante ist aktive ÖTV-Gewerkschafterin und klärt uns über bundesrepublikanische Einkommensverhältnisse auf. #

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# Zu Hause ein geschichtlich-politischer Artikel von Kurt Finker, wahrscheinlich im “ND” #

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 # Es muß verwundern, daß ich über den Verwandtenbesuch selbst faktisch nichts geschrieben habe. Tatsache ist, daß die Beziehung zu den Coburger Verwandten völlig abgerissen war (und es auch geblieben ist). #