Archive for the ‘Pornografie’ Category

13. März 1990 - zwei Damen mit viel Haar

Montag, Januar 23rd, 2012

# Es wird gefragt, welcher Teufel mich geritten hat, noch die langweiligsten Aktfotos, derer ich habhaft werden konnte, ins Tagebuch zu übernehmen. Heute verstehe und teile ich diese Frage. Damals ging es mir darum, mich zu meinem dauernden (und überwiegend unbefriedigten) sexuellen bzw. erotischen Interesse zu bekennen. Dazu gehörte der närrische Entschluß, auf kein Aktfoto zu verzichten. #

900313-2.jpg900313-1.jpg

16. Februar 1990 – bei einer alten Genossin

Freitag, Januar 6th, 2012

Gestrige erweiterte WBA-Sitzung erfolgreich.

C. die sich bei der USUMA-Firma beworben hat wegen Intervieweranzeige, findet sich dort am Samstag zu einer Beratung ein. Sie hatte angerufen, war am Telefon gefragt worden, ob sie ehemaliges SED-Mitglied sei, hatte das bestätigt und sich dazu noch etwas länger ausgelassen # ihre Maßregelung erwähnt # Nun will sie mal hin, „um zu sehen“. C. – im Denken oft radikal, oft illusionslos (und immer mit diesem Anspruch), im Handeln dagegen manchmal gerade dann kompromißlerisch, wenn es darauf ankäme. Na gut, ich fühle mich nicht zum Richter berufen.

Es beginnt die Zeit, wo man zum ersten Mal stolz darauf sein kann, Mitglied der Partei (PDS) zu sein.

900216-1.jpg

Frau Luft ist zu einer politischen Wertung solcher Meldung nicht fähig.

900216-2.jpg 

Solche Meldungen (ND von heute) charakerisieren einmal mehr, wie konsequent die „Große Koalition“ funktioniert. Es gibt gelegentlichen SPD-Theaterdonner aber davon abgesehen ist die SPD auch heute was sie immer war, kleinbürgerlicher Partner, Helfer, auch Korrekturfaktor der großbürgerlich-imperialen Partei.

Anruf bei Frau Beringer mit meiner 90%igen Zusage, daß ich bei der Post anfange.

# Diese später nicht realisierte Perspektive wäre mit erheblichen Gehaltseinbußen verbunden gewesen. #

Fahrt nach WB zur ÖTV-Veranstaltung, die aber ausfällt (auf morgen verschoben). 

Dann zu Eva Gürtler, # eine alte Genossin aus meinem Wohngebiet #  anderthalb Stunden Gespräch. Es passiert eigentlich nichts weiter; wir sprechen eben miteinander; man darf sich nicht allein lassen; und besonders die Alten sollen nicht denken, daß jetzt gar nichts mehr zählt und daß auch die neuen Genossen sie jetzt möglichst schnell vergessen wollen. 

Abends warten wir auf den Erotikfilm in SAT1 – C. schon im Bett, ich bleibe bis spät auf – so ein Unsinn.

900216-3.jpg

24.Januar 1990 – Besuch beim DGB Westberlin

Mittwoch, Dezember 7th, 2011

900124-4.jpg

Ab Mittag nach WB zum DGB-Landesverband. Dort lerne ich Herrn Rainer Heinrich kennen. Ich frage nach den Mitbestimmungsrechten der Gewerkschaften in der Marktwirtschaft, und er überrascht mich mit der Mitteilung, daß sie keine Mitbestimmung haben. Dafür hätten wir in unserem Arbeitsgesetzbuch viel bessere Voraussetzungen, die bloß nicht zum Tragen gekommen seien. Wir seien, statt eine sozialistische Marktwirtschaft aufzubauen, auf dem besten Weg, die kapitalistische Marktwirtschaft zu übernehmen. Wir seien konzeptionslos, die BRD habe schon seit 60er Jahren eine detaillierte Konzeption für diesen Weg (an der übrigens auch der DGB mitgearbeitet habe). Wir einigen uns schnell darauf, dass er bei uns im Lehrgang dazu spricht. Er beansprucht keinerlei Honorar.

Es ist eine Schande, dass wir auch solche Beziehungen in der Vergangenheit nicht gepflegt haben. Wir durften es nicht aber es ist mir auch gar nicht in den Sinn gekommen.

900124-11.jpg

Danach bummel ich noch längere Zeit in der Stadt herum. Da keine Schlange davor ist, momentan, „besteige“ ich auch erstmals den Beate Uhse Laden am Bahnhof Zoo und ergötze mich lange an den dort zugänglichen pornographischen Magazinen und Büchern. Besuch im Sexkino um die Ecke, wo ich mir eine Stunde lang wechselnde Geschlechtsakt anschaue, zeitweilig angeregt, später abschweifend ernüchtert.

 Zu Hause ist C. Wir besuchen abends noch „Hundeherz“ in der Volksbühne.

900124-3.jpg

Auf die heutige Versammlung zum Bürgerkomitee Arkonaplatz bezogen sagte sie, ich könne ihr ja erzählen, was dort war. Ich lehnen das brüsk ab. Wenn es sie interessiere, könne sie selber hingehen, sage ich. Informationsübermittler zu spielen, habe ich keine Lust. Sie erzählt noch paar Einzelheiten aus dem Gespräch mit Rolf L. – weinerliche Tatsachenbeschreibung, wie das Leben immer schlechter wird.  

900124-2.jpg

08. Dezember 1989 - Kultur in Westberlin

Dienstag, Dezember 8th, 2009

 # Die letzten Wochen des Jahres 1989 und die ersten des Jahres 1990 waren voller politischer Dramatik. Für mich persönlich war es die Zeit, in der mir klar wurde, daß die DDR untergehen würde. Mein Tagebuch zeugt von intensiver Informationsaufnahme. Es enthält besonders viele Zeitungsausschnitte und andere Dokumente. Eigene Notizen sind dagegen fast immer kurz und bruchstückhaft. Es war einfach nicht die Zeit für lange Betrachtungen. Die Ereignisse ermöglichten blitzartige, klare Einsichten. Aber auch verzerrte Wahrnehmungen und extreme Wertungen passierten mir mehrfach. Erst am 13. und 14. Januar fand ich erstmals ein wenig Zeit zur Reflexion und versuchte das auch zu formulieren. #


In meiner Aktivitätsstatistik neue Kategorie 5.60 einführen: “Besuch von West-Kulturveranstalungen”?

Letzter Arbeitstag im Broiler-Lager.

Nachmittags nach WB. Sehr schöner Egon Schiele-Kalender für C. Und Sexfilm „Emanuelle 5“ - hat mich kurzzeitig animiert aber dann gelangweilt.

891208.jpg

Abends lange Fernsehen vom außerordentlichen SED-Parteitag.

Spätes Schlafen.

 


22. November 1989 - erster Besuch in Westberlin

Sonntag, November 22nd, 2009

891122.jpg

Heute war die Arbeit ausgesprochen schwer. Auch A. und R. sagen, daß sie schwer arbeiten. # Auch meine Kolleginnen A. und R. leisteten irgendwo “sozialistische Hilfe”. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wo sie eingesetzt waren. #

Wegen der Schwere entschloß ich mich, nicht zum Kreisausschuß der Nationalen Front zu gehen. Vernünftige Gespräche mit den Kollegen auf Arbeit.

Hab’ übrigens gestern die Aktivitätsklasse “1.17 A5″ eingeführt, für (schwere) körperliche Arbeit. Desgleichen “1.14 Sq” - Ausdruck für sinnloses Warten. Sq - “Bedürfniskomplex” Sinnlosigkeit.

# Hier ausnahmsweise einmal ein Hinweis auf meine laufende statistische Erfassung von Zeit- und Geldaufwendungen für Aktivitäten und Bedürfnisse. Diese lief kontinuierlich neben dem Tagebuchschreiben einher. Wie früher bereits erwähnt, habe ich die Auswertung dieser Daten “auf Eis gelegt”. #

In der Kaufhalle hängt unsere WBA-Information nicht. Kiwitz # der Kaufhallenleiter # sagt, daß es bei seinen Kollegen dazu “einen Proteststurm” gegeben habe. Ich dränge. Sie wollen unsere Information zusammen mit einer Stellungnahme von ihnen aufhängen - bis zum Wochenende.

# Gestern in Westberlin:#  Einen Falt-Taschenplan von Berlin habe ich nicht bekommen – ausverkauft. Nähe Chausseestr.-Übergang falle ich unvermutet in einen Sex-Shop. Ja, das ist die kapitalistische Freiheit, die Befreiung des Einzelnen ohne Würde des Menschen. 

Wenn der Sozialismus die Freiheit des Einzelnen mit der menschlichen Würde verbinden könnte!

Mit mehr Freude sehe ich mir einige erotische Zeitschriften bzw. Herrenmagazine an. Jedoch, die Substanz dieser Freiheit bleibt ärmlich. Auf dem Rückweg in der Bernauer Str. an einem Haus:

Die Freiheit, die sie meinen, ist die der Deutschen Bank. DDR-ler lasst euch nicht kaufen.“

Tief beeindruckend - der Blick von einer Aussichtsplattform über die Mauer in den Osten. Das ist das entlarvendste Bild von uns, das wir ihnen seit Jahren geliefert haben. (Der stalinistische Sozialismus hat den Imperialismus stabilisiert.)

10. Oktober 1989 - vergessenes “ich” in turbulenter Zeit

Sonntag, Oktober 18th, 2009

Das ND hat heute zwei Seiten voller Meldungen und Stellungnahmen gegen Randalierer - aber dabei gleichzeitig auch Meinungen, die zum Dialog aufrufen, über alles, was uns stört, Dialog mit Einsichtigen (die auf die Straße gegangen waren - Anzeichen erster vorsichtiger Differenzierung).

Doch auch dieses bringt die Tageszeitung:

891010-1.JPG

Honecker gleichzeitig beriet sich mit Delegation der VR China (!) - höchstes Einvernehmen. Im übrigen empfängt er arabische Gäste.

Die soeben gekaufte “Fotografie” 10/89 enthält nicht weniger als … Honeckerfotos, eine ganze Serie zur Geschichte der Arbeiterbewegung und weitere Politbilder; erfreulicherweise auch diese starke Nackte.

891010-3.jpg

C. ist nun den zweiten Abend weg. Ich genieße es, Ruhe und Zeit zu haben. Stelle fest, daß ich des Nachsinnens über mich entwöhnt bin.

Habe frühere Protokollbände neu gesichtet, mich an Bildern nackter Frauen delektiert. Habe kein Begehren nach C. aber Lust auf Abenteuer (jedoch keinen ausreichenden Antrieb dafür). Erwarte voller Vorfreude die heutige späte Fernsehsendung “Der Pornojäger”. Meine derzeitige Beschäftigung mit dem Thema “Ficken” hat etwas von der schwächlichen Art eines alten Mannes.

Das Durchblättern der Protokollbände gibt mir doch den Eindruck, als sei da eine ganze Menge (Liebes-)Leben aufgehäuft. Ich sehe mich als einen Naiven, der sich immer mit der “Philosophie” auch noch der banalsten Liebelei beschäftigte. Das schlichte, gekonnte Lustficken war bis zuletzt nicht meine Sache. Würde ohne C. (d.h. allein) ein Techniker der Lüsternheit werden.

Bin in letzter Zeit nicht gerade gut zu C. Bin nicht herzlich, bin angestrengt. Warum?

17. September 1989 – Sexfotos

Samstag, Oktober 17th, 2009

Am Freitag ein Brief von H. Gross # mein Lieferant “pikanter” Fotos #, mit diesen Angeboten:

890917-1.jpg

890917-2.jpg

 

24. Juli 1989 – “Kohlenkutte”

Donnerstag, Oktober 15th, 2009


Abends “Kohlenkutte”. Drastische Szenen (Selbstbefiedigung). Danach und nach schwarzem Tee kann ich abends nicht einschlafen.

# Ganz interessant damals (finde ich aber erst heute) Rolf Schneider im “Spiegel” zu “Kohlenkutte”.#

polnisches Requiem” von Penderezki,

Verteidigung der Kollektivarbeit des 44. Lehrgangs, erfolgreich.

Morgen langer Tag mit Vorlesung Graichen (“Materialökonomie”).

28. Oktober 1982 – zwei Arten Orgasmus

Sonntag, Januar 4th, 2009

Hörspiel Günter Rücker “Einer Reise zusehen”

Lesen: “Temperamente” 2/82 Report “Kutscher und Solotänzer” (Hanusch), “Deutsche Zeitschrift für Philosophie” 9/82, Geerdts über Goethe 74-96)

Nach dem Hörspiel von Rücker: Kunst darf es, schafft es, uns innerst anzuregen, spricht uns aus dem Herzen. Darf, kann Wissenschaft das heute nicht mehr, speziell die Philosophie?

Es gibt Zeiten, wo Gedanken für dies Tagebuch geradezu sprudeln, Gedankenknäuel würgen sich hervor. Es wäre gut, dazu Näheres mitzuteilen. Doch dazu nachher. Jetzt erstmal das Knäuel zu Tage gebracht:

Das Sinken meines sexuellen Begehrens Heidruns geht einher mit einem (noch schwachen) Aufflackern meines Aktinteresses. […]

Davon ausgehend wurde ich zum Nachdenken, eigentlich nur Staunen, über mich angeregt: Mit welcher Gier betrachte ich meist Aktfotos. […] Wobei die Gier das eindeutige Ziel hat, das weibliche Geschlechtsteil in den vielfältigsten Darbietungen oder Verstecknissen zu erspähen. Was hab’ ich nur davon? Da hast du eine Viertelstunde lang, meinetwegen auch eine halbe Stunde, dies Teil nach Herzenslust ausgekaut (wobei Geschäftigkeit waltet, Bemühtheit aber nicht Erschütterung). Und nun?

Der Stier stößt nach dem roten Tuch, in Wirklichkeit aber in die Luft.

Mephisto lässt die Studenten in Auerbachs Keller begehrlich zugreifen, der Zauber entgleitet, Nasen und Ohren haben sie gepackt.

Diese Entzauberung (meine, nicht die der Studenten) wird durch die Triebbefriedigung vermittelt. Also: Ich bin vor dem Geschlechtsverkehr ein anderer Mensch als nachher. Mein ganzes Empfinden ist geändert (aus physiologische Ursachen). Mein ganzes?

Es gibt auch einen anderen Erlebnisablauf. […]

Der sexuelle Ablauf entsprach dem oben erwähnten (und war durchaus momentan relativ verselbständigt), jedoch war er eingebettet in einen “Orgasmus des Menschlichen, Psychischen, Sozialen”. Ich war von Gier auf diesen Menschen, diese Persönlichkeit erfüllt und schleuderte mich selbst als ganze Persönlichkeit in sie hinein. Mir entriss sich Samenflüssigkeit, und dies gab die bekannten elementaren Emotionen ; doch dieser Vorgang verschmolz mit einem anderen. Er war nur das Pferd, der andere der (spornende) Reiter. Es war zugleich mein menschlich Innerstes, Keimhaftes, Zartestes, Zukünftigstes, das sich mir entriss, also verschenkt wurde (und gleicherweise von mir empfangen wurde).

Dieses Erlebnis war Seligkeit […], und dies Erlebnis zerstörte keinen Zauber, sondern machte ihn eigentlich ganz wirklich. (All das ist etwas Besonderes, nicht beliebig reproduzierbar, obwohl es sicher viele Menschen irgendwann mal erleben. Hoffentlich machen sie es sich bewußt.) Das menschliche Erlebnis ist nur maximal als zugleich physischer Vorgang. Die Physis drängt, soweit geschlechtlich, rhythmisch auf Betätigung, gleichgültig ob all die anderen Bedingungen für solch Gipfelerlebnis erfüllt sind oder nicht. Sind sie es nicht, so gaukeln die Reflexe Erinnerungen als Erwartungen vor, und schon kommt es dazu, daß ich vom Reiben des Schwanzes ein Paradies erwarte.

Übrigens, wenn menschliche Beziehungen als physische maximal sind, so ist zu fragen, welches die physische Gestalt von Freundschaftsbeziehungen sein kann.

Wenn dies alles so halbwegs durchdacht, was also tun?

Natürlich offen sein für die Menschen, für die Liebe. Jedoch solange sie nicht kommt? Die Verzauberung nicht schmähen! Die Entzauberungen durchleben! So wie der Schmied das Eisen immer wieder in die Glut legt, dann ihm einige Schläge versetzt, dann wieder in die Glut usf., viele Male wiederholt, bis dem plumpen Kloben seine Schlacken herausgedroschen sind und Festigkeit, Leichtigkeit, vielleicht sogar edle Form erreicht sind (manchmal zerbricht ein halbfertiges Stück).

13. Oktober 1982 – statistische Persönlichkeitsanalyse – kaum erwähnte Seite meiner Aufzeichnungen

Donnerstag, Dezember 4th, 2008

Nun schon etliche Seiten “Zarathustra” gelesen. Es stellt sich, nicht aus Voreingenommenheit, eine Menge Widerwillen ein. Natürlich gibt es treffende Einzelformulierungen. Interessant manchmal der Versuch, anders, schöpferisch, über-, zu sein. Welche Berührungspunkte meiner Tabula-rasa-Vorstellung vom Menschen mit seinem Übermenschen?

blogpr06pa184466.jpg

 

# Überlegungen zur Interpretation meiner Tagebuchaufzeichnungen #

Bis hierher, also in 120 min, rein statistische Aufbereitung von 9 Tagen. Dabei fehlen noch die einfachsten statistischen Zusammenfassungen und Verallgemeinerungen, von inhaltlichen ganz zu schweigen. Die einzige inhaltlich wertende Gruppierung ist die nach dem besonderen Partner. Vielleicht sollte der besondere Lese- überhaupt Kunsteindruck dazukommen, auch das besondere Einzelerlebnis und schließlich vielleicht der besondere Gedanke, der geistige Ein- oder Ausdruck der Woche. Vielleicht ist über die Orientierung auf das extrem Eingeprägte (Ausgeprägte) ein wenig dem Inhaltlichen näher zukommen. Im Grunde aber fehlt weiter der Weg zur Theorie. Und das ganze Verfahren ist weiterhin zu zeitaufwendig. Vielleicht gewisse Einsparung dadurch, daß die “statistische Aufbereitung” an jedem Tag erfolgt.

# Zur Erläuterung: Wie schon früher erwähnt, beabsichtigte ich, der phänomenologischen und reflektierenden Lebensschilderung im Tagebuch eine detaillierte, statistisch aufbereitete Tätigkeits- und Bedürfnisanalyse an die Seite zu stellen. Ich unterschied fünf große Tätigkeitskategorien:

  1. Arbeitszeit und arbeitsgebundene Zeit

  2. Hauswirtschaft/Vorbereitung der individuellen Konsumtion

  3. Betreuung/Pflege von Personen

  4. Befriedigung physiologischer Bedürfnisse

  5. Freizeittätigkeiten

Diese Haupttätigkeiten wurden gemäß der auf den beiden folgenden Bildern sichtbaren Systematik in Unterkategorien unterteilt, wobei sich diese Unterteilung an Lippold 1971 anlehnte.

 blogpr06pa194532.jpg

 blogpr06pa194533.jpg

 

Täglich hielt ich nun, (wie auf der Abbildung zum 14.10.82 (morgiges Posting) zu sehen ist), meine Tätigkeiten mit einer Genauigkeit von 20 min. fest. Die oben erwähnte “statistische Aufbereitung von 9 Tagen” bezog sich nur darauf, die Wochensummen, später die Monatssummen aller Tätigkeitsarten zu ziehen. Diese Werte sollten die Primärdaten darstellen, die ich später (schon damals dachte ich an meine Rentnerzeit) auf ihre Zusammenhänge und Tendenzen untersuchen wollte. #

Gedanken, Aussprüche Anderer, die sich, fern meiner bewussten Absicht festhaken. […]

Z.B. Evi fragte mich, ob ich “für eine andere Frau Verantwortung trage”. – Dieser schöne Ausdruck des “Verantwortung Tragens”. Aber auch die Fragwürdigkeit des Verantwortung Tragens für Andere.

Heidrun: ”Ich möchte, daß Du mich formst.” Das klang sehr nach Schmeicheln meiner Eitelkeit, nach Berechnung. Nicht aber auch wie ein Hilferuf, ein “Sich-ins-Vertrauen-ergeben”? Die damit gesetzte Ungleichartigkeit der Partner, die Unterwerfung; die Beseelung des Stoffs (?).

Ist das schon das Geheimnis von Heidrun, von dem ich schrieb? (Freue mich auf den Besitz dieses vollblütigen Weibes, auf unsere wechselseitige Lust und bedaure sie um den mehr bei ihr liegenden Schmerz, werde ihr nicht mutwillig wehtun.)

Es lohnt sich schon, dem Unterschied von schönen einerseits und aufreizenden Aktfotos andererseits auf die Spur zu gehen.

 blogpr06pa184467.jpg

Meine Lust zu Grübeln verleitet mich, notwendige Kommunikation zu sparen. Die Nichtbefriedigung dieser Kommunikation (vielleicht besonders stark erotisch-sinnlicher Kommunikation) wirft mich auf das Sexuelle oder gar Pornografische zurück. Insofern war die Krankenhauszeit lehrreich. Die Überfülle der Kommunikation […] ließ mich die Schalheit des Pornografischen empfinden. (Pornografie – bezweckter Genuß einer Erotik, Sexualität ohne menschliche Bindung.)

blogpr06pa184468.jpg

Auch in der Nacht vom 10. zum 11. spürte ich diesen Scheideweg. Der erotische Drang hätte mich “normalerweise” zur Selbstbefriedigung getrieben, so aber schrieb ich einen Brief an Heidrun, kommunizierte also und kam aus dem sexuell Zwanghaften heraus, verwandelte es in Vorfreude auf ein (zweiseitiges) Liebeserlebnis.