Archive for the ‘Realsozialismus’ Category

13. Februar 1990 – Pressekonferenz Modrow – Kohl

Montag, Januar 2nd, 2012

R. hat mich heute in die Arbeit als Finanzsachbearbeiter eingewiesen.

# Ich war als einziger der früheren Mitarbeiter der ZF übrig geblieben und mußte nun alle Arbeiten der Abwicklung dieser Einrichtung erledigen. #

Seit Mittag war ich zu Hause – für den WBA und den Fensterputzer.

Pressekonferenz Modrow/Kohl original gesehen. Modrow hat nicht kapituliert und keinen Stich verschenkt. Es bleibt die Hoffnung, dass die DDR ein zu sperriger Fisch ist, als dass sie ihn einfach schlucken könnten. 

Brief an meinen Freund K.:

„… daß Euch zu allem Überfluß nun auch noch die LPG beunruhigen muß! Oder haben sich Eure Befürchtungen inzwischen nicht bestätigt?

Deine Gefühle der Müdigkeit, der Resignation, sind mir sehr vertraut. Darüber soll mein „progressives Papier“ nicht hinwegtäuschen. Diese Gefühle sind kostbar. Dieses unser Unglück müssen wir annehmen. Diese Niederlage, diese Schmach und Schande sind unsere Chance. (Du solltest wegen solcher Worte keine christliche Anwandlung bei mir vermuten.)

Zu diesem Thema die Kopie eines Tucholsky-Briefes von Dezember 1935….

# Diese Kopie findet sich nicht in meinem Tagebuch. Es handelt sich zweifellos um die bekannten Äußerungen Tucholkskys, in denen er die Unfähigkeit aller Demokraten und Linken anprangert, aus der historischen Niederlage gegen die Faschisten wirklich tiefschürfende Lehren zu ziehen. #

Nur so können wir uns von allen Wendeärschen wirklich absetzen. Du bist natürlich viel stärker als ich betroffen, gegenwärtig, weil Du viel direkter und ausschließlicher auf praktische Umsetzung orientiert warst. Für mich ist es dagegen schon ein gewisser „Trost“, daß das, was wir heute erleben unsere vergangenen 40 Jahre in keiner Weise wirklich geistig überwindet. Das, was heute –nach massenhafter Übereinkunft – tot ist, wird so leicht keine Ruhe finden/geben. Ob es nun erstmal 15 Jahre lang nur in Zirkeln weiter existieren wird oder doch bald wieder einen politischen Raum findet – das weiß keiner, ist mir auch nicht so wichtig.

Ich mache jedenfalls aus meinem Herzen keine Mördergrube und bekenne mich sehr deutlich zu dem, was ich in mir lebendig spüre.

Auf Brüche muß man sich einstellen.

Die Zentralstelle scheint mir zwar noch weiter Lohn und Brot zu geben, aber ich werde immer schwankender, ob ich das wollen sollte. Neugier und „Ungebundenheit“ (was natürlich eine andere Art Gebundenheit ist) könnte für uns (C. und mich) die Übernahme eines kleinen Buchladens oder Zeitungskiosks bedeuten (ist ernst gemeint).

Vielleicht für Dich/Euch käme in diesem Sinne die Übernahme der künftigen LPG-Nobel-Pension auf Rügen in Frage. Könntest Du Dich der LPG nicht als Aufbauplaner und –leiter unentbehrlich machen oder auch als Chefökonom? (Auch diese Vorschläge meine ich ein bißchen ernst.)…“

 Keinerlei Illusionen darüber, daß es in der Frage des DDR-Anschlusses in der BRD – mit Ausnahme der Grünen – eine große Koalition gibt.

 

 

12. Februar 1990 – Zeichen der Ernüchterung?

Montag, Januar 2nd, 2012

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Einkäufe am Freitagabend und Sonnabendfrüh in sehr geleerten Kaufhallen. Unter dem BRD-Druck flüchten die Leute so gut es geht in Sachwerte.

# Zwei oder drei Jahre später lernte ich zufällig eine Frau kennen, die ihre ganze Garage mit Lebensmittelkonserven angefüllt hatte und sich immer noch (notgedrungen, denn zum Wegwerfen waren sie ihr zu schade) weitgehend von diesen Vorräten ernährte! #

Am Samstag - C. arbeitet bei der Berlinale – mit F. zum Flughafen Tegel, danach zum Wachsfigurenkabinett am Kudamm und Zauberwurm Fipo. Am Sonntag mit F. in „Und rückwärts laufen kann ich auch“, guter DEFA-Film.

Bei L. und Johannes sorgenvolles (ernüchtertes) Gespräch über Zukunft der DDR.

Zu Hause Arbeit am Zukunftspapier für die Weiterbildungseinrichtungen des MMB

# („Ministerium für Maschinenbau“, das an Stelle der fünf  Industrieministerien gebildet worden war und in das ich später übernommen wurde.) #

In der heutigen BZ die Antworten der neuen Minister deuten auch auf eine gewisse DDR-Besinnung hin.

„Atame“, „Fessle mich“, mein erster Berlinale-Film. Nichts! Das sollte unterhaltend sein. Es war „frauenfeindlich“.

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09. Februar 1990 – von der Euphorie zur Überlegung?

Montag, Januar 2nd, 2012

Wir sahen gestern Fernsehgespräch mit Modrow und H. Schmidt. Mir wurde so richtig bewußt, daß die Menschen beginnen, sich ernsthaft Sorgen um ihre soziale Sicherheit zu machen. Ich denke (und hoffe noch mehr), daß die Euphorie langsam in kühles Überlegen übergeht. Herr Abend hat mit seinen Ausführungen zu Schüleressen und Schulhort hier wie ein Katalysator gewirkt. Daraus wächst bei mir die Idee zu einer WBA- bzw. Bürgeraktivität. Bald dazu mehr.

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Bei Frau Beringer, HPA8, Kadervorgespräch. Sie nimmt mich auf eine Warteliste.

08. Februar 1990 – Blick in die Zukunft

Donnerstag, Dezember 29th, 2011

Die Wochen rasen. 

Brief von Kurt gestern. Er ist sehr deprimiert, müde. Es trifft ihn nun vielleicht auch noch, daß ihn die LPG aus dem Wochenendhaus rausschmeißt.

Das spektakuläre Angebot der BRD-Regierung zu Verhandlungen für eine Währungsunion (nachdem noch gestern der Bundesbankpräsident dies abgelehnt hatte, stimmt er heute zu!) beweist einmal mehr den klaren, geraden Kurs dieser Regierung auf die Zerstörung der DDR. Es gibt keine politische Kraft, dies aufzuhalten. Modrow kann nur (und jede Folgeregierung) unser Fell so teuer wie möglich verkaufen. Unser stellvertretender Bildungsminister Abend (?) (CDU-NF) kündigt auch auf diesem Gebiet die Restauration an. Berghofer in Davos präsentierte sich als Groß-Liquidator.

Schewardnadse warnte vor dem Revanchismus, der sich unter dem Deckmantel der deutschen Vereinigung kräftige. Carmen findet das nun doch übertrieben. Ich werfe ihr vor, dass sie Entwicklungen erst sehe, wenn sie eingetreten sind. Dabei erinnere ich sie, dass wir uns noch vor 14 Tagen erbittert über meine Worte stritten, dass es der BRD einzig und allein um den Anschluß der DDR gehe. Unter dem Eindruck des Ministers Abend (o.ä.), der sie auch deprimiert hatte, widerspricht sie diesmal meinen Vorwürfen nicht.  

Fernsehinterview mit Bärbel Bohley. Ich begreife deutlicher, dass diese Leute, diese wenigen Leute, die einzigen Helden unserer jüngsten Geschichte waren. Ich meine die Oppositionellen, die Verfolgung auf sich genommen haben, weil sie für die Demokratie kämpften. Sie waren vor ein, zwei Jahren eine verschwindende machtlose Minderheit und sie wir sind es auch jetzt und werden es auch in absehbarer Zukunft sein. Es geht – ich wiederhole es – heute nicht mehr um Demokratie in der DDR, sondern um die Zerstörung der DDR, d.h. die Vollendung dieses Prozesses und das Aufsaugen der Reste durch die BRD.

Was ich für die Zukunft erwarte:

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Die BRD (der BRD-Imperialismus) landet ohne einen einzigen Schuß abzugeben, ausschließlich mit ökonomischer und politischer Überlegenheit, einen absoluten Sieg über die DDR (Einverleibung). Die DDR wird entwaffnet bei Fortbestehen der Bundeswehr. (Ebenso ist der Warschauer Vertrag zerfallen, bei Fortbestehen der NATO, die sich nur modifiziert, auch militärisch gesehen)

Die „Verdauung“ der DDR bedeutet für die BRD eine große Anspannung, die sie aber – mit gelegentlichem Magendrücken – bewältigt (in 5-10 Jahren). Der BRD-Imperialismus (genauso der USA-Imperialismus) haben ein ungeheures Erfolgserlebnis. Die im Osten liegenden Ziele dieses Imperialismus (Polen, CSSR, Königsberg) werden zu Zielen realer Politik. Dabei beschränkt sich die BRD weiter auf den Einsatz ök. und pol. Macht (während sie die militärische Macht in Reserve hält, teilverringert, konserviert). Das Erringen einer gravierenden Herrschaft Dominanzposition im EG-Raum, d.h. in Europa überhaupt, wird weiter betrieben, läuft parallel zur offensiven Ostpolitik.

In Deutschland besteht immer und zunehmend eine nationalistische Komponente bzw. Alternative.

All dies ist wahrscheinlich, weil die UdSSR in den nächsten 15 Jahren ihre Rolle als Supermacht nicht voll wahrnehmen kann, vielleicht einige dieser Funktionen erfüllt aber in anderer Hinsicht (ich glaube einschließlich der Königsberger Frage) nur die Kräfte einer Regionalmacht aufbringen kann.

Welche neuen strategischen Ziele sich in dieser Situation der USA-Imperialismus setzt, ist mir unklar, aber sie werden auf jeden Fall offensiv sein, die SU in ihrer Handlungsfreiheit einschnüren und auf solider oder überragender (?) militärischer Stärke basieren.

Die Widersprüche zu den Armen der Welt werden in vieler Hinsicht unerträglich werden. Natürlich erstmal für diese. Es kann zu offenen Kämpfen kommen, die aber mit Niederlagen für die Zivilisation enden, egal, welche Seite siegt.

Die sozialen Konflikte in den triumphierenden Ländern der Kapitalherrschaft verschärfen sich. Es ist mir unübersehbar, welche Folgen die Beseitigung der realen stalinistischen Alternative haben kann. Ist es möglich, dass nach einer Etappe von vielleicht 20, 30 Jahren der Kapitalismus reale innere Reform- und Revolutionskräfte gebiert + in der SU ein demokratischer Sozialismus entstanden ist + die armen Länder (einschließlich China) Bedingungen und sogar Zwänge für eine grundsätzliche Reform des Kapitalismus schaffen? Das steht in den Sternen.

Heute, denke ich, geht es darum das Überleben bisheriger sozialistischer Ideen zu sichern und eine für die Zukunft mögliche sozialistische Idee zu entwickeln. Es wird - für wie lange? – keine Einheit der Linken geben. Sie werden also auch keine starke Vertretung im Bundestag haben (vielleicht gar keine). Freilich, nach der gegenwärtigen absoluten Niederlage der stalinistischen „Linken“, könnten einige zusätzliche Impulse für linke Positionen entstehen, so dass diese Kraft überlebt.

Für mich folgt: „Links“ (sozialistisch) wird wieder zu einer Frage von Zirkelpolitik (Machtlosigkeit). Handlungsmöglichkeiten bestehen auf demokratischer Ebene (Basisdemokratie).

Zukunft der Weiterbildung im Ministerium, meines Arbeitsgebietes… Sollte ich mich nicht davor bewahren, mich mit der ideologischen Formierung des neuen Systems zu beschmutzen. Das würde ich doch als Ideologe/Organisator machen. Sollte ich mich nicht lieber als Verkäufer meiner Ware Arbeitskraft ehrlich auf den Markt begeben. Mit den Marktgesetzen leben, spekulieren und ihr Opfer sein. Diese Linie des „Widerstand Leistens“ im System selbst, die bringt doch nichts, wie mir meine bisherige Praxis bestätigt (bringt nichts für die moralische Integrität und Gesundheit).

Hab‘ soeben unsere Flüge gebucht (im August nach Burgas und zurück). Ab morgen wären sie um mehr als 200,-M/Person teurer gewesen.

Soeben Termin gemacht mit Frau Beringer, der Kaderleiterin des Hauptpostamts 8.

Auf dem S-Bahnhof Alexanderplatz traf ich Eberhard Ackermann aus Moskau kommend hier zum Soziologenkongreß, seit Oktober 89 nicht mehr in der DDR gewesen. Er findet vieles einfach unbegreiflich. Wir reden kurz über die Vereinigungseuphorie. Auch er ist noch in der Partei.

Lesend in „Initial“ 1/90, Brie, Peche, Sozialismuskonzeption ergeben neue Anregungen, fast möchte man sagen, aus der Theorie hergeleitete Hoffnungen. Nach dem Motto: Was geistig nicht wirklich überwunden wurde, kann nicht sterben. Aber andererseits sind es dann immer wieder Fakten des Tages, die solche Hoffnungskeime niederschlagen.

Für die Konzeption „Zentralschulen“ habe ich noch nichts aufgeschrieben, mache mir Gedanken, muß aber morgen ‚was zu Papier bringen.

07. Februar 1990 – DDR nicht wegwerfen!

Donnerstag, Dezember 29th, 2011

Wir sollten die Souveränität der DDR nicht einfach wegwerfen. Sie ist das einzige Instrument, das die Menschen hier zum Schutz ihrer Interessen haben. Und: Man kann 40 Jahren DDR nicht mit der Haltung gegenübertreten, möglichst viel möglichst schnell zu verdrängen. Die Vergangenheit holt uns immer ein.

 Hinaufarbeiten zum Marxschen „enormen Bewußtsein für das Gesellschaftsganze“. Nur so wird reale ´Demokratie möglich. Aber noch mehr umgekehrt: Dies wird nur bei realer Demokratie (Basisdemokratie!) möglich.

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Anruf von Marion Grothe, die mir einen Kontakt zum Postamt 8 vermittelt. Meine Vorstellungen zum Bürgerrat teilt sie. Zu diesem Thema auch Gespräch mit Noeske und dem Bürgerkomitee 14 (Prenzlauer Berg) zur Vorbereitung des 15.2. (WBA).

Gespräch mit Thierfeld zur Konzeption der Zentralschulen und der ZF.

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06. Februar 1990 – PDS als nationale Partei

Donnerstag, Dezember 29th, 2011

Frau Krause, Rheinsberger 40, sagt mir, daß es möglich sei, dort im Ministerium für Post- und Fernmeldewesen einen formlosen Antrag auf Kioskübernahme zu stellen.

Abends Parteigruppenversammlung:

Zu meinem Papier wird diskutiert und dabei finden wir eine Reihe wertvoller Präzisierungen.

So zur Rentenfrage: „Die PDS und alle ihre Mitglieder beanspruchen keinerlei Vergünstigungen und Privilegien und halten es für erforderlich, daß die PDS zur vollen Durchsetzung dieses Prinzips (was auch Regelungen bei bestimmten privilegierten Renten einschließt) Gesetzesinitiativen in der Volkskammer ergreift.

Zur Finanzierung: Einbeziehung der Basis in die Planung und Verausgabung der Mittel der Partei und davon ausgehend Festlegung der Quoten der Verwendung der Parteibeiträge auf den verschiedenen Ebenen.

Hinweis (von Loboda) auf unpräzisen Gebrauch von „staatlichem Machtmonopol“ bzw. auf „Verselbständigung der Macht innerhalb der Partei.“

Zu den hauptamtlichen Parteimitarbeitern: Vorschlag eines bedeutenden leistungsabhängigen Anteils (ein Drittel?) ihres Gehalts und jährliche Mitentscheidung der Basis über die Gewährung dieses Anteils.

Vorschlag: Prinzipien und Einzelforderungen stärker trennen.

 

Dr. Heidel und andere Mitarbeiter des Sektors Bildung bei der ZF – Sie sind für die Weiterführung einer umprofilierten ZF. 

In kritischen Situationen, wie der gegenwärtigen, verschlimmert sich die Lage zusätzlich, weil die Leute aus resignativen Stimmungen heraus zu Selbstzerstörern werden (typisch Döhring). (Beispiel auch Selbstauflösung der Partei.)

Das heute im ND befindliche Europapapier der PDS trage ich nicht mit, da es die staatliche Einheit der Deutschen ausschließt. Zu dieser Einheit muss man sich eindeutig bekennen. Die PDS muss im besten Sinne national sein.

Der Staat DDR hat seine Berechtigung als Instrument zur Gestaltung einer Einheit der Nation, die ganz bestimmten Kriterien gerecht wird. Wenn diese Kriterien erfüllt sind, hat dieser Staat keine Existenzberechtigung mehr. (Der heutige BRD-Staat hat dann auch keine Existenzberechtigung mehr.) Die Konzeption der Berliner PDS (vergl. Info 1/90) halte ich in dieser Frage für besser.

# Mein Angebot zur ehrenamtlichen Mitarbeit: #

 

„An den Bezirksvorstand der PDS bzw.  

Liebe Genossin Wende!                                                                       6.2.90

 

Ich habe heute Info 1/90 in die Hand bekommen und bin froh über dieses Blatt. Besonders wichtig das darin enthaltenen Papier des Bezirksvorstandes, besonders wichtig der darin enthaltenen Standpunkt zur staatlichen Einheit Deutschlands. In dieser Frage von überragender Bedeutung bleibt das heute im ND veröffentlichte Europapapier der PDS hinter den Erfordernissen zurück.  

Die PDS muß eine – im besten Sinne – nationale Partei sein, ein nationales Konzept haben, das die Massen annehmen können.

Ich bin Dipl Phil, Dr. oec arbeitete seit Jahren und arbeite weiter als WBA-Vorsitzender am Arkonaplatz. Wir bemühen uns, eine Bürgervertretung von größerer Kompetenz zu werden bzw. zu entwickeln. Ich habe trotz knapper Zeit großes Interesse in einer Kommission des Bezirksvorstandes z. B. zu Fragen der Kommunalverfassung, der kommunalen Selbstverwaltung ehrenamtlich mitzuarbeiten.

Mit freundlichem Gruß …“

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04. Februar 1990 – Deutschland, einig Vaterland

Donnerstag, Dezember 29th, 2011

war im Haus des Parteivorstandes zur Beratung der Initiativgruppen PDS. (Hab mein Papier, vgl. 26.1. dort abgegeben.)

 

# Die Zeitungsausschnitte dieses Tages veranschaulichen mehr als viele Worte wie massiv die Neuigkeiten an der Oberfläche des politischen Lebens auf den DDR-Bürger (die Bezeichnung „Ossi“ gab es damals noch nicht) einstürmten. #

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03. Februar 1990 – Spaziergang Westberlin

Montag, Dezember 26th, 2011

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Spaziergang nach WB, Chausseestr/Müllerstr. entlang, dann am Tegeler See. Informationen über eine Istanbul-Reise.

# Meine eigentliche Urlaubsplanung sah für Sommer 1990 erneut einen Besuch in Südbulgarien vor (Schwarzmeerküste Achtopol). Wie nahe man sich damit bei Istanbul befand, war mir seit langem bewußt. Nun konnte ich erstmals den Gedanken fassen, die Bulgarienreise mit einem Abstecher nach Istanbul zu verbinden. #

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02. Februar 1990 - Arbeitssuche

Sonntag, Dezember 25th, 2011

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Bei Frau Lippacher (gestern) ergeben sich kaum Chancen. # Lippacher war ein kleiner Dienst von Kleinanzeigen, dessen Inhaberin aus Altergründen aufgeben wollte. # Schon viele wären zu ihr gekommen. Sie entscheide sich aber erst im Februar, und dann würde sie auch andere schon länger kennen. „Man kommt sich schon wie gestorben vor.“ Ich sage, daß wir das ja vielleicht gemeinsam führen könnten. 

Gespräch mit Klaus Frick, der bereit ist zu einer Lektion an der ZF und etwas Hoffnung hinsichtlich der Perspektive verbreitet.

In der Mittagspause bei Marion Grothe (Amt für Arbeit). Hinsichtlich Zeitungskiosk oder einer antiquarischen Buchhandlung macht sie mir durchaus Hoffnung.

Brückner schickte unangemeldet seine Kolln Hofmann vorbei, um den PC abzuholen, da wir ja aufgelöst würden (Er hat es von der Gruppe Haushalt, wo Döring in dieser Weise rumquatschte.) Döring ist absolut stalinistisch deformiert. Dem Machthaber ist er strikt ergeben. Solche Leute machen jede Idee kaputt.

Wie nebenseitig zu sehen ist, lade ich zur nächsten WBA-Sitzung ein.

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Abends Schuhkauf

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31. Januar 1990 – am Punkt 0

Mittwoch, Dezember 14th, 2011

Anruf von Kerstin Kluge, die wohl wegziehen wird.

Filter # unser vorläufiger WPO-Sekretär # stimmte gestern meinem Beschlußpapier zu.

Ich erlebte mit den Parteiaustritt des Oberstleutnant Jeromin - schäbige Typen.

Heute bei Döring, der energisch die Auflösung der ZF betreibt. Wir sind für weitermachen. Dem  Minister wir der Entscheidungsvorschlag zugeleitet. 

Kurzer Besuch bei Anneliese. # unsere langjährige Sekretärin an der ZF, die bereits eine andere Arbeit angenommen hatte # Dann im „Haus der Demokratie“ Programmpapiere eingesackt.

15x mein Beschlußpapier für die WPO abgezogen und noch einmal 15 x.

Döring meint, nach aufgelöster ZF soll ich im Bereich Weiterbildung des MMB anfangen. # MMB – neugebildetes Super-Ministerium für Maschinenbau #

Ich stehe am 0-Punkt.

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